Kevin F. : Strafmaß von 5 auf 8 Jahre erhöht

Seit Donnerstag, 30. Januar 2020   stand der ehemalige Kindergartenleiter wegen sexuellen Mißbrauchs von Kindern erneut vor Gericht.

Die 14. Große Strafkammer des Landgerichts Heilbronn verhandelte in der Strafsache gegen den 32jährigen Kevin F. erneut wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern u. a. in Tateinheit mit Vergewltigung.
Die Richter des Landgerichts haben jetzt den früheren Erzieher und Leiter eines evangelischen Kindergartens in Heilbronn, Kevin F.,  zu acht Jahren Gefängnis verurteilt und damit seine Strafe aus dem 1, Verfahren gegen ihn um 3 Jahre erhöht.

Die Richter blieben damit – für viele Beobachter unverständlich –  ein halbes Jahr unter den Strafanträgen von Staatsanwaltschaft, Opferanwälten und dem eigenen Verteidiger des 33-Jährigen, dies insbesondere deshalb, weil die Richter ein Berufsverbot abgelehnt haben, das sich der 33-Jährige Pädagoge selbst gewünscht hatte.
Zweifel blieben auch, ob der Angeklagte nun wirklich alle Taten gestanden hatte.

Dem Angeklagten  wurde zur Last gelegt, er habe als Babysitter in Heilbronn und Rust im Zeitraum von 2010 bis 2014 zwei Jungen durch Hand- und Oralverkehr sexuell missbraucht.

Bei dem ersten Jungen geht es um sieben Taten, als der Geschädigte zwischen elf und 13 Jahre alte war. Auf den zweiten Jungen entfallen vier Taten im Alter zwischen zwölf und 13 Jahren.

Die Kammer hatte dazu  den Angeklagten, seinen Verteidiger, den Nebenkläger, dessen anwaltlichen Vertreter, vier Zeugen und einen Sachverständigen geladen.

Gegen den 1987 geborenen Erzieher F. gab es bereits ein Verfahren vor der 2. Großen Jugendkammer mit der Geschäftsnummer 2 KLs 32 Js 7465/18, das durch das Urteil vom 28. September 2018 beendet worden ist.
F. ist dort wegen Kindesmissbrauchsdelikten zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von fünf Jahren verurteilt worden.
Diese Strafe verbüßt er derzeit.

Einst wurde er als Vorzeige-Erzieher im Jahr 2014 von Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD, jetzt Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern) ausgezeichnet.
Der jetzt 31jährige Kevin F. gewann damals beim „Bundeskongress Elternbegleitung“ den ersten Preis in einem Videowettbewerb des von Schwesig geleiteten Bundesfamilienministeriums.
Kevin F. war bei der Evangelischen Gesamtkirchengemeinde beschäftigt und leitete den evangelischen Wilhelm-Busch-Kindergartens in Heilbronn – bis er wegen Besitzes von mehr als 10.000 Bildern und Videos mit Kinderpornografie aufgeflogen ist.
Er soll ein beliebter Kindergartenleiter gewesen sein, organisierte offenbar selbstlos Ausflüge, Freizeiten und besonders gern Kindergeburtstage.
Im Laufe der Ermittlungen stellte sich auf Grund einer Anzeige eines Vaters heraus, daß er auch über Jahre dessen Sohn missbraucht hatte.
Trotz Kenntnis von den Ermittlungen wurde Kevin F. von der Kirche rund 2 Jahre lang weiter beschäftigt, offenbar, weil diese keine zur Entlassung ausreichenden polizeilichen Informationen erhalten haben wollte.

14 KLs 32 Js 4829/19

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