Vorbereitung auf den Ernstfall

Stadt Heilbronn wappnet sich gegen Afrikanische Schweinepest

Um für den Ernstfall gewappnet zu sein, übte die Stadt Heilbronn am Montag, 18. November, auf dem Gelände des Entsorgungszentrums Heilbronn den Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP). Dabei spielte ein etwa 20-köpfiges Team einen ASP-Ausbruch bei einem Wildschwein durch.

Das Szenario ging davon aus, dass ein totes Wildschwein im Wald liegt und Anzeichen auf Afrikanische Schweinepest zeigt. Aufgabe der Übenden war es, das verendete Tier zu bergen und zur städtischen Verwahrstelle zu transportieren. Dort galt es, alle Bergematerialien zu reinigen und zu desinfizieren.

„Um die heimische Haus- und Wildschweinepopulation zu schützen, ist es erforderlich, alles zu unternehmen, um einen Eintrag der Tierseuche ins Land durch menschliches Fehlverhalten zu verhindern, einen möglichen Seuchenausbruch rasch zu erkennen und diesen konsequent zu bekämpfen“, so Bürgermeisterin Agnes Christner.

Die Federführung bei der Koordinierung der Übung hatte die Abteilung Veterinärwesen und Lebensmittelüberwachung des Ordnungsamtes. Abteilungsleiterin Dr. Gudrun Vollrath stellte jedoch klar: „Die Seuchenbekämpfung ist nicht allein Sache der Veterinärbehörden. Vielmehr kommt es im Falle eines Ausbruchs auf eine gute und reibungslose Zusammenarbeit vieler Stellen an. Deshalb sind ein kreis- und behördenübergreifender Austausch schon bei der Vorbereitung ein wichtiger Faktor.“ Neben der Abteilung Veterinärwesen und Lebensmittelüberwachung waren daher viele weitere städtische Stellen an der Übung beteiligt, darunter das Ordnungsamt, das Betriebsamt und die Entsorgungsbetriebe. Weiterhin waren der städtische Forst, die Feuerwehr, der Katastrophenschutz und Teilnehmer anderer Veterinärbehörden aus Baden-Württemberg als Beobachter eingeladen. Von Seiten der Jägerschaft waren der Kreisjägermeister, der Hegeringleiter und sein Stellvertreter sowie der Revierinhaber Heilbronn-Nord anwesend.

Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch MdL vom Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz nahm für die Landesregierung als Beobachterin an der Übung teil und zeigte sich beeindruckt von den ASP-Bekämpfungsmaßnahmen. „Ich begrüße es ausdrücklich, dass sich die Stadt Heilbronn auf einen Ausbruch dieser Tierseuche so intensiv vorbereitet. Durch den regen Reise- und Fernverkehr auf der A 6 besteht durchaus ein hohes Eintragsrisiko entlang dieser Autobahn“, betonte sie.

Seit Juni 2007 breitet sich das Virus der ASP in der Haus- und Wildschweinepopulation ausgehend von Georgien in Europa und Asien aus. Die wirtschaftlichen Verluste belaufen sich allein in China auf weit über 100 Milliarden Euro. Damit ist die ASP in jüngster Zeit weltweit die Tierseuche mit den größten wirtschaftlichen Schäden.

Zusatzinformationen

 Die ASP ist eine anzeigepflichtige Tierseuche. Es handelt sich um eine ansteckende, meist tödliche Viruserkrankung der Haus- und Wildschweine. Therapie oder Impfung sind nicht möglich und auch verboten. Andere Tiere oder Menschen können sich nicht anstecken. Die Tierseuche verursacht neben großem Tierleid auch hohe wirtschaftliche Schäden durch Handelseinschränkungen und -verbote und trifft besonders die Land- und Fleischwirtschaft sowie die Jägerschaft.

 

Die Verbreitung der Krankheit erfolgt nicht nur durch direkten Kontakt von Tier zu Tier, sondern insbesondere über größere Entfernungen durch kontaminierte Materialien von Schweinen, die sich mit dem ASP-Virus angesteckt haben. In Deutschland wurde das Virus bisher noch nicht nachgewiesen. Das Risiko der Einschleppung in die Bundesrepublik Deutschland wird durch menschlichen Handeln als hoch angesehen. Beispielsweise kann eine Ausdehnung durch unachtsam weggeworfene kontaminierte Fleisch- und Wursterzeugnisse stattfinden. Das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz appelliert daher an alle Reisenden sowie Fernfahrerinnen und Fernfahrer, kein unbehandeltes Fleisch bzw. Fleischerzeugnisse von Haus- und Wildschweinen aus den von der ASP betroffenen Regionen mitzubringen und falls dies dennoch erfolgen sollte, diese Produkte in keinem Fall in der freien Natur zu entsorgen.

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