Intelligent und klimafreundlich mobil?

Tempo 40 in der Weinsberger Straße: Gemeinderat  debattiert Mobilitätskonzept und Lärmaktionsplan

[Update] In der Weinsberger Straße zwischen Konrad-Adenauer-Platz und Allee gilt ab sofort Tempo 40. Auf diese Fahrgeschwindigkeit ist auch die „Grüne Welle“ eingestellt. Damit setzt die Stadt Heilbronn eine Maßnahme zur Reduktion der Stickstoffdioxidbelastung in diesem Abschnitt um. Sie kann auch als Vorgriff auf den Luftreinhalteplan für die Stadt Heilbronn, der aktuell durch das Regierungspräsidium Stuttgart aktualisiert wird, betrachtet werden.

 

Die Geschwindigkeitsreduzierung wirkt den Überschreitungen des zulässigen NO2-Immissionsjahresmittelwerts in diesem Bereich entgegen. Der Grenzwert liegt bei 40 Mikrogramm je Kubikmeter Luft, der Jahresmittelwert 2018 lag jedoch bei 52 Mikrogramm je Kubikmeter. Für das erste Halbjahr 2019 wurde ein Mittelwert von 48 Mikrogramm je Kubikmeter gemessen.

Neben einer besseren Luftqualität dient die Maßnahme auch dem Lärmschutz. Im Zuge der Lärmaktionsplanung hatte der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung ebenfalls beschlossen, in diesem Straßenabschnitt Tempo 40 einzurichten.

„Unser Ziel ist es, die verkehrsbedingten Belastungen für Mensch und Umwelt deutlich zu reduzieren. Dafür wollen wir alle umweltfreundlichen Verkehrsarten stärken und den Kfz-Verkehr minimieren“, sagte Bürgermeister Wilfried Hajek bei einem Pressegespräch zur Vorstellung des Mobilitätskonzeptes der Stadt Heilbronn. Nach dreijähriger Vorarbeit konnte das über 200 Seiten starke Konzept heute in den Gemeinderat eingebracht werden. Bei seiner nächsten Sitzung im November wird der Gemeinderat voraussichtlich über das Konzept entscheiden. Dabei wird es auch darum gehen, welchen Beitrag das Konzept zum Klimaschutz leisten soll.

Das Mobilitätskonzept definiert neun strategische Ziele mit insgesamt 43 Maßnahmen. Die Ziele sind: Lebenswerte Stadt; Mobil zu Fuß; Mobil mit dem Rad; Mobil mit Bus und Bahn; Nachhaltige, vernetzte, neue Mobilität; Mobil mit dem Pkw; Optimierung der Wirtschaftsverkehre; Mobilitätsmanagement; Öffentlichkeitsarbeit. Damit umfasst das Konzept alle Verkehrsarten, einschließlich neuen Mobilitätsformen wie Carsharing, E-Mobilität und Fahrradverleihsysteme, sowie deren intelligente Verzahnung. Alle Ziele und Maßnahmen sind wiederum drei Leitzielen untergeordnet: dem ökonomischen Leitziel „Sicherstellung der Erreichbarkeit“, dem ökologischen Leitziel „Schaffung eines umweltverträglichen Verkehrs“ und dem sozialen Leitziel „Sicherstellung der Mobilität jedes Einzelnen“.

Die Maßnahmen sind unterschiedlich gewichtet. 21 Maßnahmen haben die Priorität eins, zwölf die Priorität zwei und zehn Maßnahmen die Priorität drei. Je höher die Priorität, umso lohnenswerter die Umsetzung zur CO2-Einsparung, und damit zum Klimaschutz. Als besonders wirkungsvoll in Hinblick auf den Schutz des Klimas bewertet das Konzept etwa die Einführung und Ausweitung des betrieblichen und kommunalen Mobilitätsmanagements, die Verbesserung der ÖPNV-Taktung sowie die Verstärkung der Öffentlichkeitsarbeit.

Weniger Autos, mehr Fußgänger, Radfahrer und Bus- und Bahnfahrer

Alle Maßnahmen sollen auch mit dazu beitragen, dass im Jahr 2030 elf Prozent weniger Wege mit dem Pkw zurückgelegt werden als im Jahr 2015. Dafür sollen entsprechend mehr Menschen zu Fuß, mit dem Rad oder mit Bus und Bahn unterwegs sind. Der Umweltverbund würde damit auf einen Anteil von 50 Prozent wachsen, verteilt auf 20 Prozent Fußgänger (2015: 18 Prozent), 15 Prozent ÖPNV-Nutzer (10 Prozent) und 13 Prozent Radfahrer (10 Prozent). Die Zahl der E-Bike oder Pedelec-Nutzer würde sich von einem auf zwei Prozent verdoppeln. Zudem geht das Konzept davon aus, dass bereits 21 Prozent der Fahrzeuge mit einem alternativen Antrieb versehen sind.

Innerhalb der Klimaschutz-Strategie der Stadt Heilbronn – voraussichtlich im ersten Quartal 2020 wird dem Gemeinderat der Masterplan Klimaschutz vorgestellt – stellt das Mobilitätskonzept einen wichtigen Bestandteil dar. Bund und Land wollen bezogen auf den Verkehrssektor die CO2-Emissionen bis zum Jahr 2030 um 40 bis 42 Prozent gegenüber dem Jahr 1990 reduzieren. Bei schneller und vollständiger Umsetzung der Maßnahmen des Mobilitätskonzeptes könnte die Stadt Heilbronn zu diesen übergeordneten klimapolitischen Zielen ihren Beitrag dazu leisten.

„Dieses Ziel lässt sich aber nur erreichen, wenn alle Akteure an einem Strang ziehen“, appelliert Hajek an Gemeinderat, Verwaltung, Wirtschaft und Bürgerschaft, ihren Beitrag zur Verkehrswende zu leisten.

Zur Überwachung der verkehrspolitischen Ziele und Klimaschutzziele des Mobilitätskonzeptes schlägt die Verwaltung vor, ein Mobilitätscontrolling im Amt für Straßenwesen aufzubauen.

Erstellt wurde das Konzept von den Büros SSP Consult, Beratende Ingenieure GmbH aus Stuttgart und BSV Büro für Stadt- und Verkehrsplanung aus Aachen. Als Teil des Klimaschutzkonzeptes wurde es aus der Klimaschutzinitiative des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit gefördert.

Bereits im Jahr 2015 wurden als Grundlage für das Mobilitätskonzept umfangreiche Verkehrserhebungen durchgeführt. Fünf weitere Phasen folgten, bei denen die Bürgerschaft intensiv beteiligt wurde. Das Mobilitätskonzept löst den Gesamtverkehrsplan aus dem Jahr 2005 ab.

Zahlreiche Maßnahmen in der Umsetzung – Götzenturmbrücke wird autofrei

„Auch wenn das Mobilitätskonzept noch den Gemeinderat durchläuft, sind bereits jetzt zahlreiche Maßnahmen im Sinne des Mobilitätskonzeptes in der Umsetzung oder in der weiteren Planung“, erklärt Christiane Ehrhardt, Leiterin des Amts für Straßenwesen. Grund ist, dass in das Mobilitätskonzept auch zahlreiche bestehende Konzepte wie das Fußwegekonzept, der Radverkehrsplan, das Radroutenkonzept, der Masterplan Nachhaltige Mobilität oder auch das Verkehrskonzept für das Stadtquartier Neckarbogen eingeflossen sind.

Die Kranenstraße bleibt auch nach der BUGA eine reine Fuß- und Radwegeverbindung von der Innenstadt zum Neckarbogen und weiter bis zum Wohlgelegen. Ebenfalls zum Fuß- und Radweg wird die Götzenturmbrücke. Ab Januar 2020 soll sie zunächst testweise für ein Jahr autofrei sein. „Damit entsteht eine neue, attraktive Radverkehrsachse westlich des Neckars“, freut sich der bekennende Radfan Hajek.

Bis zum Jahresende wird weiter an der Radroute Ost gebaut. Sie schafft eine durchgängige Verbindung vom Heilbronner Osten in die Innenstadt, und zwar über eine nördliche Achse, die Karlstraße, und eine südliche Achse, die Bismarck- und Titotstraße. Diese Südachse wird aktuell in eine Fahrradstraße umgewandelt. Nach der Badstraße und der Steinstraße ist die Titot-/Bismarckstraße dann die dritte Fahrradstraße in Heilbronn. Hier sind Radfahrer vor dem Kraftfahrzeugverkehr bevorrechtigt.

Immer mehr Ladesäulen für E-Autos

Auch die Förderung der E-Mobilität ist bereits angelaufen. Über das Förderprogramm „LINOx BW – Aufbau von Ladeinfrastruktur zur Reduktion der NOx-Belastungen in Baden-Württemberg“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie profitiert Heilbronn beim Aufbau von E-Ladesäulen. So konnten die Stadtwerke Heilbronn beispielsweise die Parkhäuser am SLK-Klinikum am Gesundbrunnen und Bollwerksturm mit insgesamt 26 Ladepunkten ausstatten. Noch bis zum 31. Oktober können Unternehmen, öffentliche Einrichtungen oder sonstige juristische Personen Förderungen für den kurzfristigen Aufbau von Ladeinfrastruktur im halb-öffentlichen, öffentlich nicht zugänglichen und privaten Raum beim Verband Region Stuttgart beantragen.

Ab dem kommenden Jahr gibt die Stadt Heilbronn zudem die Fußgängerzonen für E-Tretroller frei. Die elektrisch angetriebenen Roller werden vor allem als praktisches und umweltfreundliches Verkehrsmittel für den letzten Kilometer von zu Hause zur nächsten ÖPNV-Haltestelle und von dort zur Arbeitsstelle und zurück angesehen. E-Tretroller machen damit auch den ÖPNV attraktiver.

An Adventssamstagen kostenlos mit Bus und Bahn unterwegs

Beim ÖPNV konzentrieren sich die Veränderungen auf eine Umstellung der Busflotte auf Euro VI. Die Stadtwerke haben zudem bereits einen ersten E-Bus im Einsatz, um Erfahrungen mit diesem zu sammeln. Zugleich sollen mehr Bürger und Bürgerinnen zum Umstieg auf den Bus motiviert werden. Einen Beitrag dazu haben bereits die Kombitarife mit der BUGA geleistet. An den vier Adventssamstagen wird das Bus- und Bahnfahren im HNV-Gebiet der Stadt Heilbronn und der Landkreise Heilbronn und Hohenlohe sogar komplett kostenlos sein.

Bessere Steuerung des Kfz-Verkehrs

Ein Ziel des Mobilitätskonzeptes ist es, den Kfz-Verkehr besser zu steuern, um beispielsweise Stau oder Parksuchverkehr zu vermeiden. So plant das Amt für Straßenwesen den Aufbau eines dynamischen Park- und Verkehrssystems. Dieses soll das bisherige Parkleitsystem ersetzen, das sich auf die Anzeige der freien Plätze in den Parkhäusern beschränkt. Das neue System soll den Verkehr hingegen gezielt in bestimmte Parkhäuser leiten können, beispielsweise bei Großveranstaltungen.

Weitere Veränderungen durch Lärmschutz und Luftreinhaltung

Zeitgleich mit dem Mobilitätskonzept befasst sich der Gemeinderat mit dem Lärmaktionsplan der Stufe III. Auch dieser umfasst Maßnahmen, die dem Handlungsfeld „Lebenswerte Stadt“ des Mobilitätskonzeptes zugutekommt. Zur Lärmminderung werden auf der Wilhelmstraße, der Südstraße, der Oststraße und der Weinsberger Straße (zwischen Konrad-Adenauer-Platz und Allee) Tempo 40 angeordnet. Auf der Weinsberger Straße erfolgt dies bereits Ende Oktober. Dabei geht es auch darum, die Stickoxidwerte zu senken, die hier regelmäßig die Jahresgrenzwerte überschreiten. Zu diesem Zweck wird die Aufstellung von 20 Luftfiltersäulen auf der Weinsberger Straße erprobt. Auf den übrigen drei Straßen soll Tempo 40 im Laufe des Jahres 2020 angeordnet werden. Vorab sind noch Änderungen an den Ampelanlagen notwendig. „Außer beim Lärmschutz und bei der Luftreinhaltung versprechen wir uns auch eine Verbesserung des Verkehrsflusses durch die Temporeduzierung“, so Christiane Ehrhardt. Die Aufbringung von lärmminderndem Asphalt ist auf der Theodor-Heuss-Straße, der Südstraße, der Wilhelm-Leuschner-Straße und der Oststraße vorgesehen.

Es gibt auch Kritik

Stadtrat Alfred Dagenbach (Bild) nahm in derv letzten Sitzung des Gemeinderates  insbesondere zur  Fortschreibung des Lärmaktionsplans Stellung und erklärte dazu: 

„Selbstverständlich ist jeder Fortschreibung des Lärmaktionsplans zur Verbesserung des Lärmschutzes zuzustimmen und es ist den betroffenen Bürgern auch zu wünschen, daß die darin enthaltenen Beschlüsse baldigst umgesetzt werden, auch wenn sie wieder einmal nur der berühmte Tropfen auf den heißen Stein sind.
Dennoch erlaube ich mir zum wiederholten Male darauf hinzuweisen, daß viele tiefer gehende Ursachen auch mit noch so vielen Fortschreiben nicht einfach beseitigt werden.
Immer und immer wieder ist die 99-prozentige Hauptursache für Lärmbelästigungen in weiten Bereichen der Stadt der Verkehrslärm.
Und solange die Ursachen nicht grundlegend beseitigt werden, ist alles andere nur ein herumdoktern an den Symptomen.
Mit dem Aufbringen von Flüsterasphalt reduziert man zwar die Dezibel, aber nicht Feinstaub und Abgase.
Und gleich garnicht wird der LKW-Verkehr vermindert, insbesondere der Mautausweichverkehr durch eigentlich für den LKW-Durchgangsverkehr gesperrte Straßen, dessen Überwachung einfach nicht vollzogen wird.
Darunter leiden nach wie vor auch etliche Bürger, die nun in der in diesem neuen Papier aufgelisteten Bereichen wohnen.
Dabei könnten Maßnahmen wie die Untertunnelung der Friedrich-Ebert-Trasse wesentliche Verbesserungen für die besonders belastete Nordstadt bringen und die Saarlandstraße gleich alle westlichen Stadtteile erheblich entlasten und selbst dem Kreuzgrund im Gegensatz zu den gezielt verbreiteten populistischen Falschbehauptungen eine bessere Qualität bringen.
Wenn ich sehe, welcher Aufwand in anderen Städten Baden-Württembergs zu Verkehrslösungen und damit zur Verbesserung der Lebensqualität ihrer Bürger aufgebracht wird, ist auch diese Drucksache nichts anderes, als nur die Fortsetzung kleinkarierter Krämerseelenpolitik.“

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2 Gedanken zu “Intelligent und klimafreundlich mobil?

  1. Das Dilemma kann man fortsetzen: Bei uns in der Saarbrückener Strasse wurde Ende letzter Woche auch eine Baustelle eröffnet. Die Fahrbahn wurde verengt und teilweise über die Gehwege geleitet. Fazit: Stau soweit das Auge reicht. Die Schlange zieht sich bis über die SLK Klinik.

    Ein anderes Problem: Durch die unsinnige Verkehrsinsel mit Abbiegespur nach Leingarten kommt der Durchgangsverkehr schon morgens um sieben Uhr zum Erliegen. Stehen 4 Pkw oder 1 größerer Lkw auf dieser Spur, kann kein Fahrzeug mehr Richtung Dorfmitte fahren. Wieder Stau.

    Unser OB hat ja im Hinblick auf die „neue Böckinger Mitte“ groß getönt, dass dadurch der Verkehr durch Frankenbach reduziert wird. Nichts ist der Fall, im Gegenteil. Immer mehr Autofahrer nehmen die Durchfahrt Frankenbach oder über die Felder. Es wäre sicherlich angebracht, daß sich Herr Mergel einmal unsere Verkehrssituation selbst anschaut und auf Stellungnahmen seiner Mitarbeiter, die gar nicht die wirkliche Situation kennen, vom Schreibtisch aus, verzichtet. Ihm liegt doch das Wohl seiner „Heilbronner“ am Herzen, dann soll er sich doch endlich einmal richtig dafür einsetzen, dass die Saarlandstraße verlängert wird. Seit 40 Jahren wird das schon „ausgesessen“ und nichts getan. Wieviel Geld wurde da schon für Gutachten ausgegeben. Alles für die Katz.

    Vor einigen Wochen hat anlässlich Einsetzung der neuen Bezirksbeiräten unser Baubürgermeister den Hinweis von sich gegeben: …..in seiner Amtszeit wird er die Verlängerung nicht mehr erleben“ und plötzlich stand kürzlich dann in der HN-Stimme seine neue Aussage: ….. wir stehen bereit, nur das Land muß noch die Gelder bereitstellen“. Wie oft will man uns mit diesen Aussagen noch “ruhig stellen“ ? (bzw. verarschen, um es ganz direkt zu sagen) Immer ist es das Land. Man kann es nicht mehr hören. Aber besser den anderen den „schwarzen Peter“ zuschieben, als selbst etwas zu tun.

    Wissen die beiden Herren überhaupt, welche Schadstoffe wir täglich einatmen müssen ? Würde einer von beiden hier wohnen, sehe es anders aus. Aber man wohnt ja im Grünen. Was interessiert einen schon die gesundheitlichen Probleme der Frankenbacher Anwohner. Vor den Wahlen kann man viel versprechen, um Stimmen zu erhalten. Die Wirklichkeit sieht dann anders aus. Anläßlich der Bürgerversammlungen von Herrrn Mergel wird von ihm sicherlich wieder die Aussage kommen: …. Ich habe es notiert und werde es mitnehmen. Aber was davon wird wirklich umgesetzt ?

  2. Verheerende HNer Verkehrspolitik

    Dem ist noch die verheerende Situation des sog. ruhenden Verkehr hinzuzufügen. Unglaublich wie seit Jahren mit sogar obendrein Gebühren zahlenden Bewohnern umgesprungen wird. Sie werden für die Versäumnisse der Täterin Stadtverwaltung -gedeckt durch OB Mergel-, von dieser dann auch noch per Strafzettel vom Opfer zum Täter gemacht – und das, wie gesagt – durch die Täterin selbst. Das ist so, als wäre ein Straftäter gleichzeitig Richter und bestrüfe und verurteile dann das Opfer, das er selbst dazu gemacht hat. Wann hat es so etwas schon mal in Deutschland gegeben?

    Die Hauptader Wilhelmstraße ist auch nur 1spurig, verheerende Staus heute. Genervte Autofahrer werden aggressiv und bedrängen schwächere Verkehrsteilnehmer (statt auf die verantwortliche Stadtverwaltung los zu gehen). Die Situation war angespannt und hochexplosiv. Dazu kommt die Sperrung der Karlstraße. Die erbärmliche Flickschusterei in Sachen Verkehrspolitik HN geht auf keine Kuhhaut mehr.

    In der Nordstadt beherrschen eine türkische Gang und eine rumänische Gang die Parkplatzregelung. Gestern ganz fürchterliche Zustände als ich spät von Arbeit nach Hause kam. Auf der Rückfahrt stand ich fast 4 Stunden zwischen Esslingen und Engelbergtunnel (Unfall im Feierabendverkehr) im Stop and Go, unverschämte Fahrer fahren Kilometer an der Abbiegestauschlange vorbeit und drängen sich – über Sperrlinien hinweg – auf den letzten Drücker aggressiv in den Stau und freuen sich, dass sie auf Kosten der anderen ein Schnippchen/Schnäppchen geschlagen haben.
    Dann – vom Regen in die Traufe – traf ich in der mit Fremdparkern vollgestopften Nordstadt auf aggressive Nichtdeutsche, die per Smartphone genau abgesprochen haben, dass wenn ein Fremdparker aus ihren Reihen wegfährt, der nächste es schon weiß und in 2. Reihe bereits mit eingeschaltenem Blinker wartet, wenn der Abfahrwillige in sein Fahrzeug steigt. Ein no-go-area der Extraklasse. Ich war fix und fertig und musste 700m weit weg mit Mühe mein Auto abstellen, wo es ab 8 Uhr illegal wird, dann Wecker stellen, weder richtig Essen, noch Zeit zur Ruhe zu kommen, immer weiter bis zum Herzinfarkt (=weißer Mann hat seine Schuldigkeit getan).

    In Deutschland ist die Durchsetzung von Recht und Ordnung verloren gegangen. DAS ist das vollendete geistige Erbe der 68er, das sie nach Marsch durch die Instanzen angerichtet haben. Kein anderes demokratisch gefestigtes Land lässt so eine Entwicklung im eigenen Land zu. Selbst die jungen Demokratien Polen, Tschechien, Baltische Staaten etc. sind in Sachen gesunderter Rechtsstaatlichkeit dem 68er-sedierten Deutschland beneidenswert haushoch voran.

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