Neckarbogen: Das Leben nach der Bundesgartenschau

PRO-Stadtrat Alfred Dagenbach fordert die Öffnung der Kranenstraße nach der BuGa

Gemeinderat beschließt Konzeption für den Neckarbogen ab Ende 2019

„Erklärtes Ziel ist es, mit der weiteren Aufsiedlung des Neckarbogens umgehend nach dem Ende der Bundesgartenschau beginnen zu können und somit mit den ersten Baumaßnahmen im Jahr 2020 zu starten“, heißt es in der vom Gemeinderat beschlossenen Drucksache.

Die Gebäude der Stadtausstellung Neckarbogen sind zwischenzeitlich weitestgehend fertiggestellt und in Teilen bereits bewohnt und die mit der Stadtausstellung gemachten Erfahrungen sollen nun in den künftigen Aufsiedlungsprozess für das übrige Gelände nach der Bundesgartenschau einfließen.
Dazu soll jedes künftige Auswahlverfahren durch ein entsprechendes beratendes Auswahlgremium aus Baukommission und Sachgutachter begleitet werden und die gemachte Erfahrungen einfließen.
Das mit der Stadtausstellung für den Neckarbogen eingeführte Prinzip der kleinteiligen Grundstücksvergabe durch Qualitätswettbewerb soll auch die Grundlage für die weitere Aufsiedlung des Neckarbogens bilden. „Auswahlentscheidend sollen auch künftig die drei Aspekte „Architektur“, „Technische Innovation“ und „Nutzung“ sein“, heißt es dazu.

Wesentliche Anforderungen werden dabei auch an die Parkierung in Tiefgaragen gestellt.
Bisher sind unter den drei bestehenden Baufeldern der Stadtausstellung jeweils Tiefgaragen entstanden.
Grundsätzlich ist der Neckarbogen als autoarmes Quartier geplant, was bedeute, daß demnach oberirdisch im Straßenraum grundsätzlich nicht geparkt werden soll.

Nach einer Bedarfskalkulation des Planungs- und Baurechtsamtes werden zusätzlich zu möglichen Tiefgaragen bis zu 1.300 Stellplätze benötigt, welche in einer oder mehrerer Hochgaragen erstellt werden sollen.
Mit der Stadtkonzeption 2030 hat will die Stadt das übergeordnete Ziel setzen, einen Stadtteil der kurzen Wege anzustreben und einen zukunftsfähigen autoarmer Stadtteil entstehen zu lassen:
„Konkret besteht für den Neckarbogen das Ziel 70% aller Verkehre zu Fuß, mit dem Rad oder mit dem ÖPNV zurückzulegen, während nur 30% aller Verkehre mit dem Kraftfahrzeug zurückgelegt werden sollen“.
Nahmobilität zu Fuß, mit dem Rad oder mit Elektrokleinstfahrzeugen soll gefördert werden, beispielhaft sei die Einrichtung mehrerer Mobilitätsstationen im Quartier und einer zentralen Mobilitätsstation am Stadtplatz, der über die Fuß- und Radwegbrücke direkt an den Hauptbahnhof mit den dortigen Mobilitätsangeboten angebunden werden soll.

Niveaugleiche Wege ermöglichen Fußgängern barrieregleiches Gehen.

Eine neue Fuß- und Radwegbrücke soll die direkte Verbindung in Richtung Hauptbahnhof darstellen.
Die alte Kranenstraße soll zur Fahrradstraße umgewidmet und eine neue Kranenstraße, die von der künftigen Paula-Fuchs-Allee bis zur Bahnhofstraße zwischen dem DB-Parkplatz und den experimenta-Parkhäusern führt, gebaut werden.
Sie unterquert die östliche Gleisharfe des Hauptbahnhofs.

Stellungnahme
PRO-Stadtrat Alfred Dagenbach erklärte dazu in seiner Stellungnahme:
„Der Konzeption zur Aufsiedlung des Neckarbogens nach der Bundesgartenschau ist insgesamt zuzustimmen.
Genau dies war ja die Intention, um in Verbindung mit einer attraktiven Grünplanung das ehemalige als verwahrlost dahindämmernde Fruchtschuppenareal attraktiv aufzuwerten.
Leider wird dies nicht mit einer zurückhaltend attraktiven Bebauung gelöst werden, sondern mit einer die alten Vorhaben einer Ansiedlung von rund 1500 Einwohnern verdoppelnden Überbelegung aus kommerziellen Gesichtspunkten.
Bekanntlich hätte ich ‚Hundertwasser‘ statt ‚Bauhaus‘ gerner gesehen, denn schon jetzt ist die Dichte der Wohnblöcke immer wieder Anlaß zu kritischen Anmerkungen von Besuchern, die nur durch die attraktive Wohnlage an den beiden Seelandschaften ausgeglichen wird.
Somit bleibt zu hoffen, daß der bislang festzustellende Elan bei der weiteren Entwicklung erhalten bleibt und nicht durch unangemessene Forderungen behindert wird.
Unklar bleibt für mich allerdings, mit welchem Konzept die dort später durch Freizeitaktivitäten entstehenden Besucherströme kanalisiert werden sollen.
Reichen dazu die Parkmöglichkeiten?
Die in der Drucksache genannten Rahmenbedingungen sollten deshalb nach Möglichkeit vor allem nicht mit die individuellen Freiheiten einschränkenden Maßnahmen aufgeweicht werden.
Einen besonderen Punkt nimmt der Fortbestand der Kranenstraße ein.
Hier kann es nach unserer Ansicht nicht sein, daß von vornherein alternativlos festgestellt wird, daß diese Verbindung nur noch für Fußgänger und Radfahrer zur Verfügung stehen soll.
Mit der „Blitz“ genannten Überführung wurden wir ja erfolgreich zugunsten der Vorbeiführung an der „Experimenta“ auf den Sankt-Nimmerleins-Tag vertröstet.
Die genervten Anwohner im Bereich der Gerberstraße haben ein Anrecht darauf, mindestens bis zum Bau einer neuen Kranenstraße von den derzeitigen Zuständen deutlich entlastet zu werden.
Da wir uns auch in diesem Punkt der jüngeren Heilbronner Verkehrspolitik im Bereich der spekulativen Wolkenkuckucksheime – sprich unausgegorener Absichtserklärungen – befinden, lege ich Wert auf die Feststellung, daß das Verkehrskonzept gemäß Punkt 4 des Antrags heute nicht beschlossen, sondern nur zur Kenntnis genommen wird, da sonst ein entsprechender Antrag zur Verhinderung dieses Ansinnens gestellt werden müßte.
Ansonsten stimme ich der Drucksache zu.“

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Ein Gedanke zu “Neckarbogen: Das Leben nach der Bundesgartenschau

  1. Die Petition mit mehr als 800 Unterschriften ist ein deutlicheres Signal als die „vertiefende“ Verkehrszählung (die wievielte eigentlich??, man kann auch so lange zählen, bis einem die Zahlen gefallen) [Siehe Anfrage „Gerberstraße“. red. ]. Seit der Schließung der Kranenstraße wird beschwichtigt und gezählt. Wir haben uns lange vertrösten lassen und auf eine Lösung gehofft, in unserer BI wächst der Unmut. Während der BUGA laufen die Besucher durch ein Stadtviertel, das durch Verkehrsmaßnahmen der Stadt unattraktiver nicht mehr werden kann, an zwei Durchgangsstraßen entlang, auf der Suche nach Zebrastreifen. Wir wollen ein Stadtviertel, das lebenswert ist, und nicht nur im Verkehr (Durchgangsvorkehr, vor allem auch Parkplatzsuchverkehr, Zufahrtsverkehr ab April für das Experimenta Parkhaus) wohnen. Es ist traurig, dass die Verwaltung und die Fraktionen nicht die Chance für die BUGA wahrnehmen und mutige Lösungen versuchen. Die Antwort von Frau Ehrhardt hören wir jetzt schon seit Schließung der Kranenstraße, der OB hat Sofortmaßnahmen angekündigt (Heilbronner Stimme), wir warten.

    Anwohner, Händler, Besucher und Hausbesitzer, auch viele Gemeinderäte sehen das Problem, stimmen mit uns überein, dass es so nicht bleiben kann. Beschwichtigen, verweisen, die Autofahrer als Schuldige ausmachen, zählen, kleinreden, so erleben wir die Verwaltung und einige Fraktionen – es fehlt eine Verkehrskonzeption für die Zeit der BUGA und darüber hinaus. Da sind die Gemeinderäte gefragt, die Stadtverwaltung bleibt offensichtlich passiv.

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