Stadt verwaltet 27 Stiftungen und vier Nachlässe

2017: Projekte mit drei Millionen Euro unterstützt

        

 

Die Stadt verwaltet derzeit 27 Stiftungen und vier Nachlässe, die sich in unterschiedlichsten Bereichen in Heilbronn engagieren. Auch im Jahr 2017 konnten diese Stiftungen und Nachlässe aus ihren Erträgen zahlreiche kulturelle, soziale und wissenschaftliche Projekte, Veranstaltungen und Initiativen mit rund drei Millionen Euro unterstützen. Dies geht aus einer Übersicht der Stadtkämmerei hervor.

 

Die Stiftungen und Nachlässe verfügen über ein Sach- und Finanzvermögen von rund 40 Millionen Euro. Aufgrund des derzeit niedrigen Zinsniveaus müssen sie jedoch mit zurückgehenden Erträgen auskommen. Gerade bei den kleineren Stiftungen wird es dadurch schwieriger die Stiftungszwecke zu erfüllen. „Gleichwohl sind wir dankbar, dass wir mittels der Erträge dieser Stiftungen und Nachlässe eine Reihe von Projekten fördern konnten, die ohne diese Unterstützung so nicht hätten umgesetzt werden können“, betont Erster Bürgermeister Martin Diepgen als Finanzdezernent. Eine Tatsache, die im Übrigen auch für das ohnehin seit jeher große bürgerschaftliche Engagement in Heilbronn gelte.

 

Größte Stiftung ist die Becker-Franck-Stiftung. Diese finanziert zu 50 Prozent die Becker-Franck-Kindergärten in der Ellwanger Straße, der Staufenbergstraße und im Badener Hof. Für das Jahr 2017 bedeutet dies einen Finanzierungsanteil von rund 780 000 Euro. Die Stiftung hat rund 18,3 Millionen Euro Vermögen. In ihrem Vermögen befinden sich neben den genannten Kindergärten das Käthchenhaus und die Räume der Tourist-Information in der Kaiserstraße.

 

Die Spitalstiftung unterstützt mit ihren laufenden Erträgen den städtischen Sozialhaushalt. Ein großer Teil des Stiftungsvermögens wird seit dem Jahr 2012 zur Finanzierung des Neubaus der SLK-Kliniken Heilbronn GmbH am Gesundbrunnen eingesetzt. Die Stiftung hat ein Vermögen von knapp zehn Millionen Euro.

 

Für die Förderung von Kultur- und Kunstwerken sowie der Volksbildung setzt sich die Paul- und Anna-Göbel-Stiftung ein. Im letzten Jahr wurde das Klassik Open Air mit 20 000 Euro gefördert. Die Stiftung hat ein Vermögen von rund 5,2 Millionen Euro.

 

Die Maria-Ensle-Stiftung unterstützt die ideelle und finanzielle Förderung kultureller Zwecke. Diese beinhaltet die Förderung der Stadtbibliothek, Museen und Ausstellungsräumlichkeiten für Heilbronner Künstler. Im Sachvermögen der Stiftung befindet sich unter anderem das Gebäude Deutschhofstraße 33 in Heilbronn.

 

Die Alfred-Beck-Stiftung fördert Maßnahmen in der Seniorenbetreuung im Stadtkreis Heilbronn. Die Förderung betrug hierfür im Jahr 2017 rund 59 400 Euro. Das Vermögen der Stiftung beläuft sich auf 1,8 Millionen Euro.

 

Die Erträge aus der Kinkelin-Stiftung, der Pfleiderer-Stiftung, der Paul-und Karoline-Ulbrich-Stiftung, der Link’schen Familienstiftung und der Wüba-Stiftung kommen dem Katharinenstift in Heilbronn zugute. Dadurch konnte das Pflegeheim im vergangenen Jahr mit einem Gesamtbetrag von rund 23 000 Euro gefördert werden.

 

Die Stadt verwaltet aber auch Stiftungen, die durch Preisvergaben besondere Leistungen von Schülern würdigen. Dank der Wilhelm-Maybach-Stiftung kann jährlich der Wilhelm-Maybach-Preis für die beste Schülerin beziehungsweise den besten Schüler an der Wilhelm-Maybach-Schule vergeben werden. Weitere Schülerpreise können unter anderem aus der Stiftung für die Handelsschule (Gustav-von-Schmoller-Schule), aus der Robert-Mayer-Stiftung (Robert-Mayer-Jugendpreis) und aus der Stiftung für Bauschulen (Johann-Jakob-Widmann-Schule) finanziert werden. Die Finanzierung eines weiteren Schülerpreises und die Förderung von Deutschschülern an der Gustav-von-Schmoller Schule erfolgt durch die Erna-Jauer-Herholz-Stiftung. Zudem unterstützt sie die Betreuung und Vergabe des Jauer-Herholz-Archivs in der Stadtbibliothek.

 

Darüber hinaus gibt es durch die Hans-Jäckh-Stiftung eine Preisvergabe für wissenschaftliche Arbeiten von Studierenden.

 

Eine finanzielle Unterstützung des Tierschutzvereins Heilbronn ermöglichen die Erträge der Lang-Stiftung. Im Jahr 2017 konnte der Tierschutzverein Heilbronn mit einem Betrag von rund 600 Euro unterstützt werden.

 

Dem städtischen Sozialhaushalt kommen die Erträge der „Übrigen Sozialstiftungen“ zugute.

 

Ebenfalls soziale Zwecke unterstützen die Stiftung für Kriegsbeschädigte, die Stiftung für Freistellen in Kinderheimen und die Stiftung für Freibetten im Krankenhaus.

 

Die Friedrich-Niethammer-Stiftung setzt sich für die Verbesserung der Lebenssituation Heilbronner Kinder ein. Die Stiftung wird unterstützt durch Bußgeldzuweisungen der Staatsanwaltschaft und des Amtsgerichts Heilbronn. Die Stiftung finanziert seit dem Jahr 2016 das Projekt „Kunstatelier der Friedrich-Niethammer-Stiftung in Zusammenarbeit mit der Jugendkunstschule“. In Halbjahresprojekten werden Schülern kreative Nachmittagsworkshops an zwölf Heilbronner Schulen angeboten. Das Projekt erhielt im letzten Jahr einen Zuschuss in Höhe von rund 10 000 Euro.

 

Die Dr. Annette-Fuchs-Stiftung wurde von Emilie Fuchs zum Gedenken an ihre verstorbene Tochter ins Leben gerufen. Mit den Erträgen werden Kinder aus dem Stadtkreis Heilbronn gefördert, die gesundheitlich oder in ihrer Entwicklung beeinträchtigt sind.

 

Neben den Stiftungsmitteln verwaltet die Stadt Gelder aus dem Nachlass der Heilbronnerin Irmingard Wild. Aus ihrem Vermögen flossen bislang rund 930 000 Euro in den Bau und den Betrieb des Early Excellence Centers im Familienzentrum Olgakrippe. Das aus Großbritannien stammende Konzept zielt auf die Integration und Vernetzung von Angeboten im Bereich der Erziehung, Pflege und Bildung für die ganze Familie ab.

 

Aus den Erträgen des Nachlasses Rombach wird die Verleihung der Rombachpreise an Schülerinnen und Schüler oder Studierende aus den Bereichen Literatur, Bildende Kunst oder Musik gefördert. 2017 wurden Preise in Höhe von 1900 Euro verliehen.

 

Die Stadt verwaltet zudem den Nachlass Walter und Ingrid Kleinbach. Die Erträge des Nachlasses der verstorbenen Eheleute Kleinbach werden für die Unterstützung von hilfsbedürftigen Kindern und Bewohnern von Seniorenheimen verwendet.

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