Bürgernähe abgeschrieben

Zellerstraße: Gefahrenpotential erhöht statt vermindert

Seit dem „Weggang“ eines für für die Anliegen der Bürger aufgeschlossenen Mitarbeiters ist auch das Wort „Bürgernähe“ im Amt für Straßenwesen gestrichen.

Jüngstes Beispiel ist die in einem Bericht zu Recht als „Schandfleck“ bezeichnete Markierung der Heidelberger Straße mit der Anbringung von Baken in der Straßenmitte, um das Abbiegen in die Zellerstraße zu verhindern, das dort nicht erst seit den Verkehrsbehinderungen durch den Umbau des Sonnenbrunnens  praktiziert wird.

PRO-Stadtrat Alfred Dagenbach: „Hauptursache dafür sind die Verkehrsprobleme, mit denen die Bürger nicht nur dort seit Jahrzehnten durch das Fehlen der Saarlandstraßenverlängerung und das Versagen der politisch dafür Verantwortlichen in Gemeinderat und Landtag leben müssen.“

Daß sich mehrere Bürger und auch Taxifahrer nun aber  über die Anbringung eines Fahrbahnteilers mit Warnbalken in der Heidelberger Straße zum Zwecke der Verhinderung eines Abbiegens in die Zellerstraße beklagen, geschieht völlig zu Recht.

Damit werde nämlich das Gefahrenpotential durch den Ausweichverkehr über die Zellerstraße nicht vermindert, sondern sogar deswegen erhöht, weil es Berichten zufolge bereits mehrfach Vorgänge gegeben hat, daß bei fehlendem Gegenverkehr Autofahrer aus Richtung Schanz kommend auf der linken Fahrbahnseite an den Warnbalken vorbeifahren und eben dennoch in die Zellerstraße einbiegen.

Die jüngste Variante ist dabei das sogar erlaubte(!) Wenden nach den Warnbalken und Zurückfahren in die Zellerstraße.

Taxifahrer beklagen wiederum, daß sie, um gehbehinderte Patienten, die zu einer dortigen Fußpflegepraxis bringen müssen, auf den Gehweg fahren müssen, um einem verständlichen Hupkonzert des nachfolgenden Staus zu entgehen.

Die Bürger schlagen zur Abhilfe dieser von Amts wegen eingerichteten Verkehrsgefährdung vor, die Zellerstraße von Ost nach West als Einbahnstraße einzurichten.  Damit würde das Ziel, den Ausweichverkehr zu unterbinden,  sogar noch besser erreicht.

Nachdem ein telefonischer Abhilfeversuch durch PRO-Stadtrat Alfred Dagenbach beim Amt bereits im Juli ohne bürgernahe Resonanz,geblieben war, richtete er deshalb eine schriftliche Anfrage an die Stadtverwaltung und wollte wissen, welche Stellungnahme sie dazu abgibt und ob sie bereit ist, den Vorschlägen der Bürger für die Einrichtung einer Einbahnstraße nachzukommen oder in welcher Weise sonst für Abhilfe gesorgt werden kann.

Zudem interessierte ihn, welche Kosten für die Einrichtung dieses Fahrbahnteilers mit Warnbalken den Bürgern der Stadt entstanden sind.

Grund für die nun praktizierte Maßnahme ist, daß die Zellerstraße dazu benutzt wird, um Staus auf der Heidelberger Straße zu umfahren und auch Eltern benutzen diese Abzweigung, um ihre Kinder zur an der Strecke liegenden Grünewaldschule zu bringen.
Grundschüler sind einer erhöhten Gefährdung ausgesetzt.

Die Beantwortung nach mehr als vier Wochen umschrieb zwar das Problem recht fulminant unter Zuhilfenahme, daß die jetzige Lösung „vor allem auch in Abstimmung mit dem Polizeipräsidium Heilbronn“ umgesetzt worden sei.

Durch eine Veränderung der Verkehrsführung mittels einer Einbahnstraße würde sich zum einen der Verkehr in andere Straßen verlagern und zum anderen entstünden für Anwohner zum Teil weitere Anfahrtswege durch Umfahrungen,  dies führe als Ergebnis in anderen Bereiche zu negativen verkehrlichen Auswirkungen, wird dann noch behauptet.

Die Stadtverwaltung erachte aus diesen Gründen derzeit keine Notwendigkeit, die Einrichtung einer Einbahnstraßenregelung zu veranlassen.

„Abgesehen davon, daß diese Begründung offenbar mangelnde Ortskenntnisse widerspiegelt, mußte zu den angefragten Kosten nochmals extra nachgefragt werden“, erklärt Alfred Dagenbach dazu.

Die nachgereichte Antwort durch die Leiterin des Amtes für Straßenwesen, Christiane Ehrhardt lautete lapidar: „Die Kosten für die Klemmfix-Einrichtung belaufen sich auf ca. 1.800 Euro.“

Alfred Dagenbach: „Für zwei Einbahnstraßenschilder am Anfang und Ende der Straße wäre man locker mit 500 Euro ausgekommen und hätte damit erstens die Heidelberger Straße nicht verschandelt und zweitens die jetzt erst provozierten gefährlichen Verkehrsmanöver einschließlich der beschriebenen Verkehrsbehinderungen vermieden. Zudem wird der völlig verkorksten Heilbronner Verkehrspolitik mit dieser Maßnahmen ein weiterer Schwachpunkt zugefügt.“

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