*Kindergartenleiter steht vor Gericht

Einst wurde er als Vorzeige-Erzieher im Jahr 2014 von Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD, jetzt Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern) ausgezeichnet.

Der jetzt 31jährige Kevin F. gewann damals beim „Bundeskongress Elternbegleitung“ den ersten Preis in einem Videowettbewerb des von Schwesig geleiteten Bundesfamilienministeriums.
Kevin F. war bei der Evangelischen Gesamtkirchengemeinde beschäftigt und leitete den evangelischen Wilhelm-Busch-Kindergartens in Heilbronn – bis er wegen Besitzes von mehr als 10.000 Bildern und Videos mit Kinderpornografie aufgeflogen ist.
Er soll ein beliebter Kindergartenleiter gewesen sein, organisierte offenbar selbstlos Ausflüge, Freizeitehn und besonders gern Kindergeburtstage.
Im Laufe der Ermittlungen stellte sich auf Grund einer Anzeige eines Vaters heraus, daß er auch über Jahre dessen Sohn missbraucht hatte.
Trotz Kenntnis von den Ermittlungen wurde Kevin F. von der Kirche rund 2 Jahre lang weiter beschäftigt, offenbar, weil diese keine zur Entlassung ausreichenden polizieilichen Informationen erhalten haben wollte.
Nun stellen nicht nur Nebenkläger auch an Polizei und insbesondere der Heilbronner Gesamtkirchenleitung kritische Fragen zum Ablauf dieser Vorgänge.

Das Landgericht Heilbronn hat jetzt heute um 11:30 Uhr mit dem  1. Verhandlungstag das Hauptverfahren gegen den Ex-Kindergartenleiter Kevin F. vor der 2. Großen Jugendkammer begonnen.
Kevin F. erschien dabei hnicht mehr so schlank wie zu Zeiten seiner Auszeichnung durch Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig, sondern als etwas korpulent mit kurzen Haaren, Brille und schlapprigen kariertem Hemd.

Währenddessen findet vor dem Landgerichts eine Zwei-Mann-Mini-Demo eines „Antipädobären-Teams“ statt, das im Gegensatz zu einem Online-Portal anwesend war, dessen Betreiber als Prozessbeobachter für LIVE-Berichterstattung eigentlich kommen wollte.
Dort heißt es vollmundig, man bezweifle den Anklagepunkt des „schweren sexuellen Kindesmissbrauchs“ und gehe „von einer einvernehmlich pädosexuellen Beziehung aus“.

Auf Frage der Richterin Bezold kündigte Kevin F. hingegen an, aussagen zu wollen.
Auch um seinem Opfer eine Aussage vor Gericht zu ersparen, erklärt sein Verteidiger Thomas Amman, werde er ein Geständnis ablegen.
Die Mißbräuche an dem damals 7jährigen Jungen werden von der Anklage teilweise als Vergewaltigungen gewertet.
Sie fanden meistens in der Wohnung des Angeklagten statt.
Die arglosen Eltern vertrauten ihr Kind sogar über Nacht und zu einem Ausflug in den Europapark dem Angeklagten an.
Auch im Hotel des Freizeitparks auch zum Missbrauch des Jungen.

Der Angeklagte befindet sich seit dem 7. März 2018 in Untersuchungshaft.
Es ist mit einem großen Medienrummel zu rechnen.
Die Kammer hat den Angeklagten, seinen Verteidiger, den Nebenkläger, dessen anwaltlichen Vertreter, fünf Zeugen und einen Sachverständigen geladen.

Dem Angeklagten Kevin F. wird zur Last gelegt, er habe im Tatzeitraum von Mitte 2012 bis Anfang 2018 den im Jahr 2005 geborenen Nebenkläger in insgesamt 19 Fällen sexuell missbraucht, wobei der überwiegende Teil der Taten in der Wohnung des Angeklagten in Heilbronn stattgefunden habe.
Hierbei habe der Angeklagte sich im Jahr 2012 noch darauf beschränkt, den Oralverkehr an dem Nebenkläger zu vollziehen.
Aus drei dieser Taten habe der Angeklagte kinderpornografisches Material hergestellt, während der Nebenkläger geschlafen habe.
Bereits im Jahr 2013 sei er dann dazu übergegangen, den Nebenkläger den Oralverkehr auch an sich vollziehen zu lassen.
Nur in zwei Fällen sei es nicht bis zum Oralverkehr gekommen.

Mit Ausnahme dieser zwei Fälle sind die Tatvorwürfe jeweils als schwerer sexueller Missbrauch von Kindern angeklagt.
Bei den drei Tatvorwürfen, bei denen der Nebenkläger geschlafen haben soll, erstreckt sich der Angeklagevorwurf tateinheitlich auf den rechtlichen Gesichtspunkt der Vergewaltigung und des Besitzes kinderpornografischer Schriften.
Der Angeklagte soll im Ermittlungsverfahren geständige Angaben gemacht haben.

Aufgrund der Verbindung eines ursprünglich beim Amtsgericht Heilbronn angeklagten Verfahrens werden zudem zwei weitere Vorwürfe des Umgangs mit sonstigen kinderpornografischen Dateien mitverhandelt, die in den Monaten Februar und Mai 2016 stattgefunden haben sollen.

Der Prozeß wird zunächst am Dienstag, 18. September 2018, 15:00 Uhr fortgesetzt.
Als weitere Termine sind vorgesehen:
Freitag, 21. September 2018, 09:00 Uhr,
Montag, 24. September 2018, 09:00 Uhr,
Donnerstag, 27. September 2018, 09:00 Uhr,
Freitag, 28. September 2018, 09:00 Uhr

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