* Kinderporno-Fall: Erzieher jetzt auch wegen Vergewaltigung angeklagt

[Update 23.4.2018] Der2014 von der damaligen Familienministerin Schwesig (SPD) ausgezeichneten Heilbronner Kinderporno-Sammler wird jetzt angeklagt

Hinweis: Der „Weisse Ring“ hilft Opfern.

Erzieher wird auch wegen Vergewaltigung angeklagt
[Update 25.5.2018] Die Staatsanwaltschaft Heilbronn hat jetzt den Erzieher Kevin F. angeklagt, der einen Jungen jahrelang missbraucht, vergewaltigt und teilweise dabei gefilmt haben soll. Dem 31-Jährigen wird vorgeworfen, zwischen 2012 bis Anfang dieses Jahres 19 Mal sexuelle Handlungen an dem Jungen vorgenommen zu haben. Drei mal habe der frühere Kindergartenleiter dabei seine Taten sogar gefilmt. Die Staatsanwaltsxchaft wertet in drei Fällen die Tat als Vergewaltigung, weil der Junge im Schlaf mißbraucht wurde.
Die Polizei analysierte inzwischen rund 350 000 Bilder und 22 000 Videos auf seinen Computer. Auf 13 000 Bildern und Videos befand sich demnach Kinderpornografie.
Unterdessen schreibt das den Fall herabspielende Pädophilen-Portal „Krumme 13“ davon, „der Verteidiger Thomas Amann mit seinem Mandaten Kevin F.“ habe „nur dann eine Chance auf ein milderes Strafmaß, wenn der Junge bei der kommenden Gerichtsverhandlung eine einvernehmliche sexuelle Beziehung bestätigt“. Nur dann könne „nachgewiesen werden, dass dem Jungen kein psychischer Schaden entstanden“ sei. Wörtlich: „Geht die Verteidigung jedoch auf einen ‚Kuhhandel‘ ein, alle Anklagepunkte der Staatsanwaltschaft durch ein Geständnis von Kevin F. im Sinne der Anklage abzulegen, dann bleibt dem Gericht aufgrund der Unrechtsgesetz nichts anderes übrig, ein hohes Strafmaß zu verhängen“, stellt der Betreiber die Rechtslage auf den Kopf und die Strafbarkeit als Folge eines Unrechtsgesetzes.

Die Polizeidirektion Hannover sandte eine Erkenntnisanfrage an das Landeskriminalamt Baden-Württemberg.
[Update 23.4.2018] Das Ministerium für Inneres, Digitalisierung und Migration nahm im Einvernehmen mit dem Ministerium der Justiz und für Europa sowie dem Ministerium für Kultus, Jugend und Sport zu einem im Landtag gestellten Fragenkatalog  Stellung.
Demnach übermittelte bereits am 23. Februar 2016  die Polizeidirektion Hannover eine Erkenntnisanfrage an das Landeskriminalamt Baden-Württemberg. In der Mitteilung wurde beschrieben, dass ein User in einer Tauschbörse mindestens zwölf kinderpornographische Bilddateien verbreitete. Neben der Erkenntnismitteilung wurden die Daten des Inhabers der IP-Adresse übermittelt. Die Erkenntnisanfrage wurde in der Folge durch das Polizeipräsidium Heilbronn beantwortet.
Erst 3 Monate später – am 24. Mai 2016 – erfolgte auf Grundlage eines richterlichen Beschlusses des Amtsgerichts Heilbronn die Durchsuchung der Wohnung des Beschuldigten und damit dessen erstmalige Konfrontation mit den vorliegenden Vorwürfen.
Bei der dabei aufgeführten Durchsuchung wurden zwei PCs beschlagnahmt.
Ein weiterer Durchsuchungsbeschluss des Amtsgerichts Heilbronn wurde am 5. März 2018 vollzogen. Hierbei wurden zwei Mobiltelefone, zwei Notebooks, eine externe Festplatte, zwei Digitalkameras sowie drei Speicherkarten aufgefunden und beschlagnahmt.
Offenbar erst im August 2017 erlangte das Polizeipräsidium Heilbronn Kenntnis vom Beruf des
Beschuldigten. Mit Schreiben des Polizeipräsidiums Heilbronn vom 15. August 2017, eingegangen bei der Staatsanwaltschaft am 16. August 2017, wurde die Staatsanwaltschaft Heilbronn hiervon unterrichtet. In diesem Schreiben wurde zugleich deutlich gemacht, dass eine Information des Arbeitgebers durch die Polizei erforderlich sei. Am 1. September 2017 – also endlich nach eineinhalb Jahren – wurde vonseiten des Polizeipräsidiums Heilbronn der Versuch unternommen, den Arbeitgeber und Kindergartenträger, die evangelische Gesamtkirchengemeinde, vertreten durch den Kirchenpfleger, persönlich zu erreichen. Da dies nicht gelang, wurde er am 4. September 2017 telefonisch unter dem Aspekt der Gefahrenabwehr darüber informiert, dass gegen den Erzieher wegen Erwerb, Besitz und Verbreitung von kinderpornografischen Schriften ermittelt wird.
Wenige Tage vor Erhebung der Anklage am 22. Dezember 2017 rief der Kirchenpfleger als Vertreter der evangelischen Gesamtkirchengemeinde bei dem für das gegen den Beschuldigten geführte Ermittlungsverfahren zuständigen Dezernenten der Staatsanwaltschaft Heilbronn an, um sich nach dem Stand der Ermittlungen zu erkundigen. Nachdem sich das Verfahren als abschlussreif dargestellt hatte, rief der Staatsanwalt den Kirchenpfleger zurück und teilte mit, dass aufgrund des Umfangs der auf den Speichermedien befindlichen kinderpornografischen Dateien die Erhebung einer Anklage unumgänglich sei und diese zeitnah erhoben werde. Dem Kirchenpfleger wurde auch mitgeteilt, dass er über die Anklageerhebung eine schriftliche Mitteilung erhalten werde.
Keinen Hinweis gab es seitens des Kindergartenträgers, dass der Beschuldigte K. F. auch einen Dienst-PC benutzt hat. Das dienstliche Notebook des Beschuldigten K F. wurde vielmehr aufgrund des Hinweises einer Erzieherin und ehemaligen Arbeitskollegin im Wilhelm-Busch Kindergarten Heilbronn durch Beamte des Polizeipräsidiums Heilbronn sichergestellt.
Da der Beschuldigte dem Kindergarten zudem einen PC aus seinem Privateigentum zur Benutzung überlassen hatte, wurde auch dieser sichergestellt. Darüber hinaus hatte die Emmaus-Gemeinde Heilbronn den Hinweis gegeben, dass sich in den Räumlichkeiten der Martin-Luther-Kirche Heilbronn ebenfalls ein PC befinde, den der Beschuldigte der Kirchengemeinde zur Verfügung gestellt habe. Auch dieser PC wurde als Beweismittel durch das Polizeipräsidium Heilbronn sichergestellt.
Auf die Frage, zu welchem Zeitpunkt die Polizei und die Staatsanwaltschaft Kenntnis vom Verdacht
auf sexuellen Missbrauch von Kindern gegen den Beschuldigten K. F. erlangte, antwortet das Ministerium, daß am 19. Februar 2018 beim Polizeipräsidium Heilbronn eine Anzeige wegen des Verdachts der Herstellung kinderpornografischer Schriften gegen den Beschuldigten K.F. erstattet wurde.
Hierauf wurden weitere Auswertungen des sichergestellten Datenmaterials durchgeführt, durch die am 5. März 2018 Anhaltspunkte für schwere sexuelle Missbrauchshandlungen durch den Beschuldigten erlangt werden konnten. Die Staatsanwaltschaft Heilbronn wurde am 6. März 2018 durch das Polizeipräsidium Heilbronn über diese Erkenntnisse unterrichtet, woraufhin am 7. März 2018 gegen den Beschuldigten beim Amtsgericht Heilbronn ein Haftbefehl beantragt und auch antragsgemäß erlassen wurde.
Die Ermittlungsakten des ursprünglichen Verfahrens wegen Erwerb, Besitz und Verbreitung von kinderpornografischen Schriften wurden der Staatsanwaltschaft Heilbronn durch das Polizeipräsidium Heilbronn beginnend am 22. November 2017 vorgelegt. Bis zum 28. November 2017 wurden weitere Aktenteile nachgereicht, sodass die Ermittlungsakte zu diesem Zeitpunkt der Staatsanwaltschaft Heilbronn vollständig vorlag. Die weiteren Ermittlungen wegen sexuellen Missbrauchs sind noch nicht abgeschlossen.
Mit Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 27. November 2017 erhielt der Verteidiger des Beschuldigten Akteneinsicht mit der Gelegenheit zur Stellungnahme bis zum 12. Dezember 2017.
Nach Rückkunft der Akten erhob die Staatsanwaltschaft noch taggleich am 22. Dezember 2017 gegen den Beschuldigten wegen Verschaffens von zwölf kinderpornografischen Bilddateien und Sichverschaffens von mindestens 10.000 kinderpornografischen Bild- und 908 Videodateien Anklage beim Amtsgericht Heilbronn. Am gleichen Tag verfügte sie, der Leiter der Verwaltung der Gesamtkirchengemeinde Heilbronn über den Inhalt der Anklage schriftlich unterrichtet wird. Gleichzeitig erfolgte auch die Verfügung, dass die zuständige Jugendschutzbehörde über den Inhalt der Anklage schriftlich in Kenntnis gesetzt wird. Diese Mitteilung wurde dem Regierungspräsidium als vertrauliche Personalsache übermittelt, weil diese irrtümlich für die für Kindergärten zuständige Jugendschutzbehörde gehalten wurde. Beide Mitteilungen wurden am 3. Januar 2018 versandt. Nachdem der Irrtum über die Zuständigkeit bei der Staatsanwaltschaft Heilbronn bemerkt worden war, wurde ein verantwortlicher Mitarbeiter des Kommunalverbands für Jugend und Soziales Baden-Württemberg (KVJS) am 21. Februar 2018 vorab telefonisch über den Sachverhalt, der ihm bereits geläufig war, unterrichtet und sodann noch am selben Tag eine schriftliche Mitteilung nach Nr. 35 MiStra unter Beifügung einer Abschrift der Anklage an den KVJS verfügt. Die Mitteilung wurde von der Geschäftsstelle am 1. März 2018 verschickt.
Das KVJS-Landesjugendamt wurde am 15. Februar 2018 per E-Mail vom Träger informiert, dass ein männlicher Erzieher wegen Verbreitung, Erwerb und Besitz kinder- und jugendpornografischer Schriften angeklagt sei.
Das KVJS-Landesjugendamt ist unverzüglich durch den Träger nach Kenntniserhalt zu Ereignissen und Entwicklungen, die geeignet sind, das Wohl von Kindern zu beeinträchtigen, zu informieren.
Mit der Überprüfung wurde der Leiter der Kriminalpolizeidirektion Heilbronn beauftragt.Diese dauert aktuell noch an. Ein abschließendes Ergebnis wird erst nach der Abgabe der Ermittlungsakten an die Staatsanwaltschaft vorliegen, teild das Ministerium für Inneres, Digitalisierung und Migration dazu mit.

Im Anerkennungsjahr bei der Stadt Heilbronn stets unter Anleitung
[Update 13.4.2018] Nachdem der SWR im Fall des teils geständigen Kindergartenleiters Kevin F. im Internet am 29.3.2018 unter anderem berichtet hatte, daß die Stadt Heilbronn keinen Grund, sich an einer früheren Arbeitsstätte des angeklagten Erziehers – dem städtischen Kindergarten Kohlpfad – umzuschauen und zu recherchieren sieht, hatte PRO-Stadtrat Alfred Dagenbach dazu nachgefragt und von Leiter des für die städtischen Kindergärten zuständigen Amtes für Familie, Jugend
und Senioren, Achim Bocher, Antworten erhalten:

Frage: Entspricht die Wiedergabe im Internet der gemachten Aussage dazu?

Antwort: Die Aussage entspricht den Tatsachen. Erzieherinnen und Erzieher im Anerkennungsjahr werden bei der Stadt Heilbronn seit vielen Jahren eingesetzt. Sie arbeiten stets unter Anleitung und haben keine Möglichkeit sich ohne Aufsicht längere Zeit mit Kindern zu beschäftigen. Das Konzept der „offenen Gruppen“ lässt keinen unbeobachteten Rückzug zu. Zum damaligen Zeitpunkt wurden keine Auffälligkeiten beim Beschuldigten festgestellt. Wenn diese festgestellt worden wären, hätte dies zu einer unmittelbaren Reaktion der Stadt als Arbeitgeber geführt.

Frage: Trifft es zu, dass die Stadt Heilbronn keinen Grund sieht, „sich an der früheren Arbeitsstätte des angeklagten Erziehers – dem städtischen Kindergarten Kohlpfad – umzuschauen und zu recherchieren?

Antwort: Die Stadt Heilbronn steht mit ihren Jugendhilfe Beratungs- und Unterstützungsangeboten , insbesondere der Erziehungsberatung selbstverständlich allen Eltern, welche in Sorge sind, zur Verfügung. Die Kontaktdaten wurden, ergänzend zur Veröffentlichung im Internet auf der städtischen und kirchlichen Homepage und direkt gegenüber den Eltern im Elternabend in den kirchlichen Einrichtungen kommuniziert. Die Kinder, welche 2009/2010 im Kindergarten Kohlpfad waren, befinden sich mittlerweile in der Schule. Selbstverständlich werden jedoch Anfragen, welche an den Kindergarten gerichtet werden, unverzüglich an das Jugendamt weitergeleitet.

Frage: Was ist Grundlage für diese Haltung der Stadtverwaltung, eine Recherche oder aktuelle Befragung der für die damalige „kontinuierliche Anleitung und Aufsicht“ verantwortlichen Personen und bei den damaligen Eltern zu unterlassen?

Antwort: Die für die Aufsicht damals zuständige Mitarbeiterin wurde dahingehend befragt, ob es Anhaltspunkte für evtl. kindeswohlgefährdende Handlungen gab. Dies wurde verneint. Meldungen von Eltern gegenüber dem Jugendamt werden sorgfältig geprüft. Sofern es Anhaltspunkte für evtl. strafbare Handlungen gibt, werden die Meldungen an die zuständige Staatsanwaltschaft weitergeleitet.

Frage: Gibt es Kontakte zur Staatsanwaltschaft und Polizei?

Antwort: Nachdem bislang keine konkreten Meldungen zu evtl. Straftaten beim Jugendamt seitens Eltern oder weiterer Personen eingegangen sind, gab es noch keine einzelfallbezogenen Kontakte. Ansprechpartner für die Staatsanwaltschaft ist primär der Kommunalverband für Jugend und Soziales – Landesjugendamt als zuständige Aufsichtsbehörde.

Psychiatrisches Gutachten beantragt
[Update 12.4.2018] In einem Interview mit dem SWR hat der Verteidiger des  Kinderporno-Sammlers Kevin F., Thomas Amann, erklärt, die pädosexuelle Beziehung zwischen Kevin F. und dem heute 12-jährigen Jungen seien gewaltfrei und einvernehmlich gewesen.
Der Rechtsanwalt betonte auch, es habe keine Mißbrauchsfälle in den Kindertageseinrichtungen gegeben.
Darauf will sich  Matthias Treiber als Pfarrer und Mitglied des Krisenteams der Kirche nicht verlassen und mißtraut der Aussage.
Berichten zufolge soll es auch Drohungen gegenüber der Familie des Erziehers gegeben haben, die Mutter des zumindest Teilgeständigen will aber keine Strafanzeige stellen. Diesen Aspekt greift auch das Webportal  auf und kommentiert dazu:
„All dieser Schmerz reicht anoymen Hetzern offenbar nicht aus. Die Familie von Kevin F. hat Morddrohungen erhalten. Dies wird nur die Spitze eines solchen Eisberges sein“.
Und weiter: „Eine Geheimhaltung dieser auch sexuellen Freundschaft ist über einen Zeitraum von sechs Jahren nur bei Einvernehmlichkeit möglich … Dieser Fall wird von hoher politischer und juristischer Bedeutung sein. Insbesondere dann, wenn der Junge als mutmaßliches „Missbrauchsopfer“ die einvernehmliche Beziehung bestätigt. Wenn der Junge sich nicht als Missbrauchsopfer fühlt und demnach auch keinen psychischen Schaden durch die beiderseits gewollte Sexualität genommen hat“.
Wenn der Junge die Beziehung sogar als positiv erlebt habe, könne bei solch „einvernehmlichen Beziehungen“ ein möglicher Schaden „nur durch das Ermittlungs- und Gerichtsverfahren entstehen. Und durch den Verlust der Freundschaft, weil sich Kevin F. in U-Haft befindet“.
K13online habe dem offensichtlichen Boylover per Briefpost Hilfestellungen in U-Haft angeboten, heißt es abschließend dazu.

Heilbronn: Erste Ergebnisse der internen Untersuchung liegen vor
[Update 6.4.2018] Eine von Polizeipräsident Hans Becker angekündigte interne Überprüfung des polizeilichen Vorgehens im Falle des Ermittlungsverfahrens gegen den Leiter eines Heilbronner Kindergartens wegen des Verdachts kinderpornografischer Verstöße wurde zwischenzeitlich durchgeführt.
Die ersten richtungsweisenden Ergebnisse liegen vor, so dass diese Erkenntnisse ab sofort Berücksichtigung finden werden.
Die Überprüfung ist allerdings in Gänze noch nicht abgeschlossen.
Becker betont, dass die Polizei in diesen Fällen grundsätzlich alle Möglichkeiten ausschöpft, soweit dies zum jeweiligen Stand des Verfahrens rechtlich möglich ist.
Festzuhalten ist, dass im Rahmen der Ermittlungen zur Person des Tatverdächtigen die Feststellung seiner beruflichen Tätigkeit hätte forciert werden sollen.
Um dies künftig auszuschließen, werden beim PP Heilbronn derzeit verbindliche Geschäftsprozesse festgelegt, die bei der Planung von Durchsuchungsmaßnahmen beziehungsweise bei Ermittlungen im Bereich Kinderpornografie einzuhalten sind.
Bei Anhaltspunkten auf einen möglichen aktiven Missbrauch erfolgen entsprechende Priorisierungen im Rahmen der Auswertung und ggf. sofortige personelle Unterstützungen durch die Bildung einer Ermittlungsgruppe.
Die lange Dauer der Auswertung ist auch darauf zurück zu führen, dass die Anzahl der Bilder und der Videos in den letzten Jahren enorm zugenommen hat.
Wurden in der Vergangenheit noch einzelne PC sichergestellt, so werden heute PC, Laptops, Tablets, Digitalkameras und andere Datenträger sichergestellt.
Die Datenmengen haben sich von Megabytes auf Terabytes erweitert.
Hunderttausende Bilder und tausende von Videos sind keine Ausnahme sondern die Regel.
Die Belastung der Mitarbeiter ist enorm.
Insbesondere auch im psychischen Bereich durch das Ansehen und Auswerten der Bilder und Videos.
Entsprechende Angebote zur Entlastung der betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (sogenannte Praxisreflexionen) werden noch weiter ausgebaut.
Darüber hinaus werden die Sachbearbeiter dieses Arbeitsbereiches, was auch für Sachbearbeiter aus anderen Kriminalinspektionen gilt, häufig in Sondereinsätze
(z.B. Sonderkommissionen) eingebunden und können an der Fallbearbeitung nicht ununterbrochen dran bleiben.
Ein Ergebnis wird daher sein, den Arbeitsbereich Sexualdelikte personell zu
verstärken, um diesen Anforderungen und Belastungen besser gerecht zu
werden.
Technisch verfügt die Polizei bereits über eine Software, die das Erkennen und Auswerten von Bildern und Videos mit sexuellem Hintergrund erleichtert.
Allerdings bleibt die manuelle Auswertung der Bilder und Filmsequenzen durch die Ermittler aus forensischen Gründen unverzichtbar.
Das PP HN prüft daher zusammen mit dem LKA BW, ob eine biometrische Software zur Gesichtserkennung die Auswertung beschleunigen kann und dadurch Zeit gewonnen und die Belastung der Mitarbeiter reduziert werden kann.
Ob dies für die Zukunft eine Lösung darstellt, ist heute noch nicht absehbar.
Darüber hinaus werden auf Ebene der Kriminalpolizeidirektionen im Land der
Informations- und Erfahrungsaustausch zu diesem Thema forciert und die Vorgehensweisen bei der Bearbeitung von Kinderpornografie im Sinne eines Best-Practice-Ansatzes standardisiert und angeglichen.

 Mißbrauch ging über Jahre und bis zuletzt
[Update 4.4.2018] Der in der JVA Schwäbisch Hall in Untersuchungshaft(U-Haft) sitzende Ex-Kindergartenleiter Kevin F. hat den Sexualkontakt mit einem 8-jährigen Jungen zugegeben. Das berichtet „K13online“ auf der Webseite einer sich offenbar um Pädophile kümmernden Organisation.
Sein Verteidiger Amann erklärt demnach dazu: „Diese Beziehung, wie der Beschuldigte angibt, sei gewaltfrei verlaufen und wurde geheim gehalten. Das Ganze ging über einen Zeitraum von mehreren Jahren. In der Tat war diese Beziehung nach seiner Wahrnehmung freundschaftlich basiert mit großer gegenseitiger Zuneigung.“
K13online habe Kevin F. einen Brief mit einem Hilfsangebot gesandt und beklagt: „Kein Mensch denkt offensichtlich noch an Kevin F. Eine U-Haft darf in der Regel nur bis sechs Monate anhalten. Dann muss die Staatsanwaltschaft die Anklageschrift fertig haben. Aus diesem Grunde wird mit Eröffnung der Hauptverhandlung bis spätestens Anfang September 2018 gerechnet. K13online wird an dieser Verhandlung als Prozessbeobachter zur Berichterstattung in einem News teilnehmen“.
Kevin F. sei ein sehr aktiver Mitarbeiter gewesen, „etwa bei der Organisation eines Büchercafés. Zu seinen privaten Aktivitäten gehörten durchweg positiv bewertete Kinderpartys, im Theater und bei Fernsehserien hatte er Komparsenrollen“, heißt es weiter.

Stadt Heilbronn sieht keinen Grund für Recherche
[Update 1.4.2018] Einem Bericht des SWR zufolge wurde der Beschuldigte von September 2009 bis August 2010 der Stadt Heilbronn gehörenden Kindergarten Kohlpfad ausgebildet.
Laut dem Pressesprecher der Stadt Heilbronn, Christian Britzke, sieht die Stadt Heilbronn keinen Grund, sich an einer früheren Arbeitsstätte des angeklagten Erziehers  umzuschauen und zu recherchieren: „Berufspraktikanten stehen unter kontinuierlicher Anleitung und Aufsicht. Hätte die Stadt damals Auffälligkeiten wahrgenommen, hätte sie auch unmittelbar reagiert.“
Bleibt zu hoffen, daß sich diese Aussage nicht auch als Trugschluß erweist, wie es in diesem Fall schon mehrfach gewesen ist. Die Staatsanwaltschaft hatte auch keine Anhaltspunkte dafür, dass in der Einrichtung Aufnahmen gemacht wurden. Auch wurde zunächst ein Mißbrauchsfall ausgeschlossen.
Später stellten sich jedoch andere Ergebnisse dazu ein – allerdings offenbar erst auf Druck der Eltern. Nicht zuletzt deshalb ist das Misstrauen unter den Eltern groß, „denn dass der Fall von der Kirchenleitung und der Polizei trotz laufender Ermittlungen lange nicht bekanntgegeben wurde – weder dem Kindergarten noch den Eltern – sorgt natürlich nicht für eine gesunde Vertrauensbasis“, so der SWR-Bericht.
Den Ermittlern seien Bilder zum Vergleich angeboten worden, die Staatsanwaltschaft hätte aber kein Interesse an den Bildern gehabt. Dies wird von der Polizei allerdings bestritten. Die Frage bleibt dennoch, weshalb es so lange gedauert hat, bis von allen Beteiligten Konsequenzen gezogen wurde.
Der in Instagram als „Dr. Kevino“ auftretende Kinder-Porno-Bilder-Sammler Kevin F. hat inzwischen die mit dem Besitz der Bilder zusammenhängenden Taten und den schweren sexuellen Missbrauch eines Jungen gestanden.
Fest steht, daß er noch am 12. Februar Beiträge auf Instagram gepostet hat. Demnach hat er nicht nur Bilder gesammelt, sondern auch selbst gemachte Bilder ins Netz gestellt.
Im Oktober 2016 interessierte er sich beispielsweise unter diesem Namen für Bilder auf einer Instagram-Seite eines Familienzentrums. Da reagierte man wohl ahnungslos: „Auf Wunsch von @dr.kevino kommen jetzt alle Bilder die noch zu verkaufen sind …“
Unterdessen ist die Seite des „Dr. Kevino“ auf „Privat“ gesetzt.

Ein Ex-Bundesrichter hilft bei der kircheninternen Aufklärung im Kinderporno-Fall
Ulrich Hebenstreit, vormals Richter am Bundesgerichtshof, soll im Heilbronner Kinderporno-Fall für die Evangelische Landeskirche in Württemberg jetzt prüfen, ob die kirchliche Verwaltungsleitung in Heilbronn im Umgang mit dem Tatverdächtigen Fehler gemacht hat. Kirchenpfleger Rolf Krieg, zuständiger Verwaltungsleiter, hatte beim Oberkirchenrat Selbstanzeige erstattet.

[Update 28.3.2018] Jetzt reagiert jetzt auch die Stadt Heilbronn
Die Stadt Heilbronn bezuschußt zwar auch die Kindergärten der Kirchen, ist aber in  den aktuellen Fall  der Evangelischen Gesamtkirchengemeinde nicht involviert. Dennoch verweist sie nun auf einen städtischen Pool „insoweit erfahrener Fachkräfte“ und schreibt dazu:

Ist ein Kind gefährdet – oder nicht?  
Vermuten Lehrer, Erzieher oder Ärzte eine Kindeswohlgefährdung, steht ihnen ein Pool „insoweit erfahrener Fachkräfte“ (ieF) zur Seite. Diese 17 Fachkräfte rekrutieren sich aus verschiedenen Berufen und Arbeitsfeldern der Kinder- und Jugendhilfe. Sie alle weisen einschlägige Praxiserfahrungen im Kinderschutz auf – davon ist auch der Begriff „insoweit erfahren“ abgeleitet – und haben eine Schulung absolviert. Tätig sind die Fachkräfte sowohl bei der Stadt Heilbronn als auch bei freien Trägern der Jugendhilfe, die ihre Beschäftigten für diese Beratungstätigkeit zur Verfügung stellen.
Aufgabe dieses Pools ist es, Fachkräfte oder Personen zu beraten, die beruflich mit Kindern oder Jugendlichen in Kontakt stehen. Sie beraten bei der Einschätzung eines Gefährdungsrisikos, aber auch zum Verfahren sowie der Vorgehensweise. „Jeder Anruf sowie jede persönliche Beratung werden vertraulich behandelt“, betont Viktoria Neufeld, Netzwerkkoordinatorin Kinderschutz beim Amt für Familie, Jugend und Senioren.

Einheitliche Qualitätsstandards
Bei der Auswahl der „ieF“ wurden bestimmte Kriterien von der Stadt Heilbronn vorgegeben: ein Berufsabschluss, eine mindestens dreijährige Berufserfahrung – insbesondere bei der Wahrnehmung des Schutzauftrages – sowie das derzeitige Arbeitsfeld. Die persönliche Eignung der interessierten Fachkräfte sowie kommunikative Kompetenzen oder die Fähigkeit zur Selbstreflexion zählten ebenfalls zu den Auswahlkriterien. „Die Fachkräfte des städtischen Pools beraten nach einheitlichen Qualitätsstandards. Eine bestimmte Person ist dabei frei wählbar und kann direkt für eine Beratung angefragt werden“, betont Neufeld.
In allen unklaren Situationen, ob eine Kindeswohlgefährdung droht oder vorhanden ist, haben die betroffenen Hauptamtlichen einen Anspruch gegenüber der Kommune auf eine kostenfreie Beratung durch eine „ieF“. „Bei einer Kindeswohlgefährdung ist jede Person befugt, die Informationen an das Jugendamt weiterzugeben“, betont Neufeld.
Die Kontaktdaten zur Anlaufstelle Kinderschutz, die „ief“-Kontaktliste als Download und weitere Informationen sind auf der städtischen Webseite http://www.heilbronn.de, „Familie & Gesellschaft“, Kinder, Jugendliche & Familien, Kinderschutz, eingestellt.

Jetzt fristlos gekündigt
[Update 22.3.2018] Unglaublich: Im Fall des von Familienministerin Schwesig (SPD) ausgezeichneten Heilbronner Kinderporno-Sammlers stand der Tatverdächtige weiter auf der Gehaltsliste
Jetzt wurde ihm offensichtlich auf Druck von außen doch die fristlose Kündigung überreicht.
Außerdem lief ein Haftprüfungstermin ins Leere: Der zuständige Richter beim Heilbronner Amtsgericht hatte laut SWR wohl die Argumente des 31-Jährigen und seines Anwalts für eine Aufhebung des Haftbefehls nicht überzeugt.
Der ehemalige Erzieher bleibt also bis zu einem möglichen Verhandlungstermin im Gefängnis.

Gehalt lief zunächst weiter
[Update 20.3.2018] Der ehemaliger Erzieher, der des sexuellen Missbrauchs von Kindern verdächtig ist, steht weiter auf der Gehaltsliste der evangelischen Gesamtkirchengemeinde in Heilbronn, berichtet der SWR, als Montagabend im evangelischen Gesamtkirchengemeinderat in Heilbronn bekannt gegeben wurde, dass der 31-jährige Ex-Kindergartenleiter noch Lohn bis September bekomme.
Der Erzieher habe am Schluss „auch noch einen Aufhebungsvertrag, als habe man sich einvernehmlich getrennt“, so der Bericht. Statt einer fristlosen Kündigung wurden die Informationen über die Ermittlungen wegen dessen Kinderpornographie monatelang  zurückgehalten.
Vor der Sitzung hatten dem Berichtb zufolge die Eltern der kirchlichen Kindergärten in Heilbronn mit einer Protestaktion die lückenlose Aufklärung gefordert. Auch wird Auskunft darüber verlangt, wieso die Geschäftsleitung der Evangelischen Gesamtkirche den Fall bis zum Schluss geheim hielt und damit ihre Sorgfaltspflicht verletzt habe.

[Update 17.3.2018] Dekan war im Kinderporno-Fall als erster informiert
Inzwischen verdichtet sich der Verdacht, daß der von der Kirchenleitung entbundene zuständige Kirchenpfleger das „Bauernopfer“ sein sollte, denn  nicht er er, sondern Dekan Friedrich wurde bereits  im September 2017 von der Polizei über den Fall in Kenntnis gesetzt. Er ließ daraus aber offensichtlich keine Konsequenzen ziehen. Erst nach Monaten sah man sich genötigt, endlich zu handeln. Eltern des Kindergartens beklagten sich bereits frühzeitig über den laschen Umgang der Verantwortlichen mit dem Kindergartenleiter und warfen ihnen „Täterschutz“ vor. Die Gesamtkirchenleitung hat darauf auch den Vorgesetzten „von seiner Verantwortung entbunden – nicht aber den Dekan Friedrich.
Unklar bleibt aber auch, weshalb Polizei und Staatsanwaltschaft die Tragweite des Falles über ein Jahr lang „unterschätzt“ haben, bevor gehandelt wurde.
Damit bewahrheitet sich auch die Befürchtung, daß, statt den Beschuldigten sofort nach den ersten Hinweisen der Polizei ohne öffentliches Aufsehen freizustellen  von Anfang an versucht wurde, den Fall unter den Teppich zu kehren und die Kirchenleitung nun in Wahrheit offensichtlich zwar Schadensbegrenzung will – aber keine Konsequenzen aus dem eigenen Handeln ziehen will.

[Update 8.3.2018] Er hat sich entgegen ursprünglichen Annahmen doch an einem Kind vergangen.Aufgrund der Anzeige eines betroffenen Vaters Mitte Februar 2018 ergab sich der Verdacht, dass ein bereits wegen des Besitzes von kinderpornografischen Bildmaterial vor dem Heilbronner Amtsgericht angeklagter 31-Jähriger aus Heilbronn, nicht nur wie bisher angenommen kinderpornografisches Bildmaterial besaß, sondern auch derartiges Bildmaterial selbst hergestellt hat.
Aufgrund dessen wurden seine Wohnräume am 5. März erneut durchsucht. Hierbei konnten neben weiteren Speichermedien eine Kamera sichergestellt werden.
Die bereits im Vorfeld als kinderpornografisch eingestuften Bilder wurden anschließend erneut und gezielt daraufhin untersucht, ob diese mittels der aufgefundenen Kamera hergestellt wurden.
Bei dieser Auswertung konnten nun wenige Bilder gefunden werden, die den Beschuldigten selbst mit einem im Aufnahmezeitraum 2013 8-jährigen Jungen bei der Durchführung sexueller Handlungen an dem Kind zeigen.
Nunmehr besteht der dringende Tatverdacht des schweren sexuellen Missbrauchs gegen den Beschuldigten, weshalb die Staatsanwaltschaft Heilbronn am 7. März einen Haftbefehl gegen ihn beantragt hat, der vom Amtsgericht Heilbronn erlassen und nach Vorführung des Beschuldigten am 08. März auch in Vollzug gesetzt wurde.
Der
Beschuldigte wurde in eine Justizvollzugsanstalt eingeliefert.
Die Ermittlungen dauern an.

Pfarrer „bitten um Vertrauen“
Der 10.000 Bilder mit Kinderpornografie sammelnde Heilbronner Kindergartenleiter Kevin F. wurde 2014 von Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig als Vorzeige-Erzieher ausgezeichnet.
Der 30jährige gewann beim „Bundeskongress Elternbegleitung“ den ersten Preis in einem Videowettbewerb des Bundesfamilienministeriums.
Kevin F. war bei der Evangelischen Gesamtkirchengemeinde beschäftigt und leitete den evangelischen Wilhelm-Busch-Kindergartens in Heilbronn.
Diese hat den Arbeitsvertrag des Mannes nach eigenen Angaben im Januar gekündigt.
Die Gesamtkirchengemeinde habe den Mitarbeiter nach Bekanntwerden der Ermittlungen unverzüglich freigestellt und anschließen gekündigt – allerdings erst Mitte Januar, nachdem sie von der Polizei mindestens seit November vergangenen Jahres unterrichtet wurde.
Ein dafür zuständiger Mitarbeiter der evangelischen Kirche in Heilbronn zuständig ist erklärte „Bild“ zufolge dazu lapidar: „Wir haben ihn vom Dienst suspendiert. Man versicherte uns, dass keine unserer Einrichtungen betroffen ist.“
Interessant ist das Verhalten der Gesamtkirchengemeinde im Internet.
Dort heißt es auf der Seite der Gesamtkirchengemeinde über den Wilhelm-Busch-Kindergarten:
„Die von Ihnen aufgerufene Seite wurde leider nicht gefunden. Leider ist die von Ihnen gesuchte Seite nicht mehr vorhanden oder liegt nun an einer anderen Stelle innerhalb unseres Auftrittes. Bitte versuchen Sie es über die Suche, die Übersicht (Sitemap), schreiben Sie uns eine E-Mail oder rufen Sie uns an.“
Geleert ist auch die Seite „Heilbronner Erzieher gewinnt Elterbegleitungs-Wettbewerb“.
Im Mitteilungsblatt der Evangelischen Gesamtkirchengemeinde vom Februar 2015 war man noch recht stolz auf den Preisträger aus den eigenen Reihen.
Peinlich ist die Sache auch für die nun ehemalige Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig, jetzt sogar Ministerpräsidentin des Landes Mecklenburg-Vorpommern und Vorsitzende der SPD Mecklenburg-Vorpommern:
Das Bundesministerium für hat die Seite über die Preisverleihung für den Videowettbewerb des Bundesfamilienministeriums herausgenommen.

Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Heilbronner Kindergartenleiter
Die Polizei ermittelte seit Anfang 2016 verdeckt auf einer Kinderporno-Tauschplattform im Internet, wo ihr Kevin F. in die Falle ging.
Sie hatte ihn sein Treiben mit einem Lockvogel-Angebot aufgedeckt und ihm angeboten, 12 Kinderporno-Bilder abzukaufen.
Nun muß er sich wegen Kinderpornos vor Gericht, ihm drohen bis zu 5 Jahren Haft.
Neben den 10.000 Bildern besitzt Kevin F. auch rund 900 Videos mit kinderpornografischem Inhalt, die eindeutige sexuelle Handlungen von und mit Minderjährigen zeigen.
Er hatte die Vorwürfe eingeräumt.
Recherchen des SWR zufolge war der Beschuldigte neben seinem regulären Kindergartenjob auch als Veranstalter von Kinderpartys äußerst erfolgreich und soll dafür freudige Dankesmails von Eltern und Kindern erhalten haben. Auch erhielt er eine Auszeichnung vom Bundesfamilienministerium.
Das Heilbronner Amtsgericht will den Fall am 16. März verhandeln, ihm drohen nun bis zu fünf Jahre Haft.

Kirche bildet „Krisenteam“
[Update 7.3.2018] In einer Pressekonferenz gab die Evangelische Gesamtkirchengemeinde am Dienstag bekannt, daß sie jetzt ein „Krisenteam“ gebildet habe.
Laut SWR habe die zuständige Verwaltungsleitung das Wissen über die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft fast ein halbes Jahr für sich behalten. Man müsse sich nun die Frage nach dem „warum“ stellen, wird nun orakelt.

[Update 2.3.2018] Kirchenpfleger gibt Leitung ab
Unterdessen beklagten sich viele Eltern des Kindergartens über den laschen Umgang der Verantwortlichen mit dem Kindergartenleiter. Der Vorwurf lautet auf „Täterschutz“. Die Gesamtkirchenleitung hat deshalb auch den Vorgesetzten inzwischen „von seiner Verantwortung entbunden“.

Neuerdings verweist die Evangelische Kirchengemeinde auf der Webseite für den Wilhelm-Busch-Kindergarten mit einem Eintrag für die „Liebe Eltern!“ auf die Psychologische Beratungsstelle des Kreisdiakonieverbandes Heilbronn. Dieser bietet Gesprächstermine an, „die Ihnen als Eltern mehr Sicherheit im Umgang und im Gespräch mit Ihren Kind geben sollen“.  Auch die Fachberatungsstelle bei sexuellem Missbrauch und sexualisierter Gewalt des Vereins Pfiffigunde stehe als Beratungstelefon zur Verfügung, heißt es, und: „Wenn Sie wegen Beobachtungen oder konkreten Verdachtsmomenten Klärungen vornehmen möchten oder sonst Hinweise haben, wenden Sie sich bitte direkt an die zuständige Polizeidienststelle unter 07131 1044133“.

Elf Pfarrer „bitten um Vertrauen“
[Update 2.3.2018] 2 Wochen, nachdem das Schweigen um die Kinderporno-Vorwürfe gegen den ehemaligen Leiter des evangelischen Wilhelm-Busch-Kindergartens in Heilbronn an die Öffentlichkeit gekommen ist, haben sich nun elf Pfarrer der Evangelischen Kirchenbezirks Heilbronn dazu geäußert. Sie hätten „erst im Zusammenhang mit den Veröffentlichungen von dem Vorfall erfahren“ und seien „tief erschüttert“ und fragen sich, „wo wir hätten aufmerksamer sein müssen“, schreiben sie auf der Internetseite. Sie räumen ein, sie hätten aufmerksamer sein müssen und wollen jetzt auch versichern, dass sie „als Seelsorgerinnen und Seelsorger“für sie da seien.

Siehe auch

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2 Gedanken zu “* Kinderporno-Fall: Erzieher jetzt auch wegen Vergewaltigung angeklagt

  1. Die Staatsanwaltschaft sollte auch gegen die Leute ermitteln, die unsere Kinder noch wochenlang dem Täter ausgesetzt haben! Welcher Sumpf!

  2. Auch wenn man es (hoffentlich!) nicht ganz vergleichen kann, so erinnern mich die schleppenden Ermittlungen und Reaktionen in diesem Fall doch an den berüchtigten belgischen Kinderschänder-Skandal in den 90er Jahren um Marc Dutroux.
    Damals waren zahlreiche Prominente aus Politik, Justiz, Kirche und Gesellschaft verwickelt, die natürlich kein Interesse an einer vollständigen Aufklärung hatten.

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