Schirrmannstraße: Anwohnerbedenken abgeschmettert

Insbesondere zwischen PRO-Stadtrat Alfred Dagenbach und der Verwaltungsbank gab es heftige Diskussionen im Gemeinderat.

„Die in beiliegendem Bericht … wiedergegebenen und behandelten Stellungnahmen können nicht berücksichtigt werden“, heißt es lapidar in der Drucksache zum Bebauungsplans 25/6 Heilbronn, Schirrmannstraße, der im Wesentlichen das Grundstück der Jugendherberge im Osten von Heilbronn an der Ecke Jägerhausstraße / Schirrmannstraße umfaßt und hatte zu heftigen Diskussionen geführt.

Sachverhalt
Das Deutsche Jugendherbergswerk ersetzt die vorhandene Jugendherberge, indem sie einen zeitgemäßen, deutlich zentraler gelegenen Neubau im Bereich des Stadtquartiers „Neckarbogen“ im Randbereich des Bundesgartenschaugeländes unweit des Hauptbahnhofs errichten lässt.
Das bisherige Grundstück der Jugendherberge in der Schirrmannstraße soll somit für eine allgemeine Wohnnutzung zur Verfügung gestellt werden.
Da der derzeit für das Jugendherbergsgrundstück geltende Bebauungsplan aber eine Gemeinbedarfsfläche „Jugendherberge, Jugendheim“ festsetzt, ist hierfür die Aufstellung des neuen Bebauungsplans erforderlich.

Das städtebauliche Konzept basiert nun auf einem Bebauungsvorschlag des Architekturbüros Alexander Schleifenheimer, Coburg. Es sieht nach Abbruch der Bestandsgebäude die Neubebauung des ca. 0,54 ha großen Baugrundstücks mit 5 jeweils 2-geschossigen Mehrfamilienhäusern in verschiedener Größe und Grundfläche vor.
Hierfür wird ein allgemeines Wohngebiet festgesetzt.
An der Nordseite des Grundstücks ist ein langgestrecktes Wohnhaus geplant, welches nach Norden zu dem angrenzenden Weinbaubetrieb eine schallschützende Wirkung für sich selbst und die übrigen Gebäude hat.
Drei weitere Wohngebäude sind mit ihrer Schmalseite zur Schirrmannstraße ausgerichtet.
Ein fünftes Gebäude steht im rückwärtigen Grundstücksbereich „in zweiter Reihe“.
Insgesamt sind in den 5 Gebäuden zusammen rund 35 Wohneinheiten vorgesehen.
Vorgesehen ist eine Mischung aus verschieden großen Wohnungen und zwar 10 Zweizimmerwohnungen, 16 Dreizimmerwohnungen und 9 Vierzimmerwohnungen.
Unter den Wohngebäuden erstreckt sich eine gemeinsame Tiefgarage mit ca. 45 Stellplätzen, deren Ein- und Ausfahrt an der Schirrmannstraße relativ nahe zur Einmündung in die Jägerhausstraße liegt.
Zusätzliche ebenerdige Besucherstellplätze sind an der Schirrmannstraße vorgesehen, so dass in der Summe etwa 50 % mehr Stellplätze entstehen, als bauordnungsrechtlich üblicherweise erforderlich sind.
Doch wehren sich Anwohner gegen den Bebnauungsplan.
Unter anderem fürchtet ein Weinbaubetrieb um seine Existenz, dessen Interessen bei der von dem sich selbst stets als bürgenah darstellenden OB Harry Mergel zu verantwortenden Stadtverwaltung wenig Resonanz finden.

Kommentar
Dazu erklärte PRO-Stadtrat Alfred Dagenbach im Gemeinderat zunächst:

„Leider sind meine bereits Ende 2016 vorgebrachten Bedenken gegen diesen Bebauungsplan nicht ausgeräumt, so wenig, wie offensichtlich auch jene derer, die sich als Angrenzer dagegen gewehrt haben.
Dabei wäre es sicherlich durchaus möglich gewesen, mit entsprechendem Grundbucheintrag sicherzustellen, daß künftige Nachteile für die Bedenkenträger ausgeräumt werden.
Das ist eindeutig nicht der Fall.
Es ist schon traurig, wenn wir von dort mitgeteilt bekommen, daß sie von Seiten der Stadt wieder nicht informiert beziehungsweise einbezogen worden sind, um eine gemeinsame Lösung zu finden und es als sehr schade gesehen wird, dass nicht versucht wurde, ein einvernehmliches Ziel zu realisieren.
Es mag ja durchaus sein, daß nun zunächst für Friede, Freude, Eierkuchen gesorgt werden wird, solange, bis dort die ersten Wohnungen bezogen werden.
Danach kann dann nur noch gehofft werden, daß weiterhin Friede und Freude herrschen wird und nicht der eine oder andere Bewohner statt dem Eierkuchen ein Haar in der nachbarschaftlichen Suppe finden wird.
Damit wären Konflikte vorprogrammiert.
Ich verweise deshalb auf meine damalige Stellungnahme und halte fest, daß ich diesem Bebauungsplan nach wie vor nicht zustimmen kann.“

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