Neugestaltung des Stadtgartens

Mit der Genehmigung des Neubaus eines Hotels im Stadtgarten und durch die Eingriffe in den Stadtgarten aufgrund der Sanierung der Tiefgarage ist die komplette Überplanung der Anlage des bestehenden Stadtgartens und der angrenzenden städtischen Grundstücke notwendig.

Sachverhalt
In diesem Zuge werden der bestehende Busbahnhof und der Bereich östlich des Stadtgartens (Tankstelle) in die Gesamtplanung integriert, um die Zusage an die Bevölkerung, dass der Stadtgarten nach dem Hotelbau schöner und größer sein wird, einzuhalten.
Der BA 5 war im Vorprojektbeschluss einschl. Kostenannahme noch nicht berücksichtigt und wurde nun planungs- und kostenmäßig ergänzt, da das benötigte Grundstück sich im Eigentum der Stadt Heilbronn befindet und die Auflösung des Pachtvertrags mit dem Mineralölkonzern Agip derzeit noch verhandelt wird.
Im Städtebaulichen Vertrag vom Oktober 2017 wurde zwischen der Stadt Heilbronn und dem Investor vereinbart, dass der Investor die gesamten Planungsleistungen für die Bauabschnitte 1-5 vergibt.
Der städtische Kostenanteil sollte dann von der Stadt Heilbronn an den Investor rückerstattet werden. Da die vertragsgemäße Beauftragung des Investors an das Planungsbüro bisher ausblieb, musste die erforderliche Objektplanungsleistung für ohne die Durchführung eines Ausschreibungsverfahren seitens der Verwaltung beauftragt werden, um das Projekt mit seiner straffen Zeitplanung nicht zu gefährden.
Die Verträge über die Planungsleistungen für Freianlagen und Verkehrsanlagen des städtischen Bereiches wurden unter der Bedingung abgeschlossen, dass der Gemeinderat der Vergabe zustimmt.
Wegen der zur Verfügung stehenden sehr engen Terminierung bei der Vergabeabwicklung, ist es zeitlich nicht möglich, die Vergabe der Bauleistungen für den 1. Bauabschnitt das über die eingereichten Preisangebote ermittelte Bauunternehmen in der nächsten Gemeinderatssitzung am 25.07.2018 vorzulegen.
Der darauffolgende Sitzungstermin am 25.10.2018 ist für den rechtzeitigen Baubeginn jedoch zu spät. Der Gemeinderat hat daher dem Dezernenten eine Vollmacht zur Genehmigung der Vergabe der Landschaftsbauleistungen für BA 1 an das Bauunternehmen unter dem Vorbehalt der Einhaltung der Kostenberechnung erteilt.

PRO-Stadtrat Alfred Dagenbach erklärte dazu in der Sitzung:
„Diese Drucksache bereitet mir Bauchschmerzen.
Sie läßt befürchten, daß die bisherigen Beschlüsse im Zusammenhang mit dem Bau eines Hotels im Stadtpark nicht so umgesetzt werden können, wie dies als Voraussetzung dafür dem Gemeinderat vorgelegt wurde.
Wenn es in der Drucksache zu Punkt 4 heißt, daß die vertragsgemäße Beauftragung des Investors an das Planungsbüro bisher ausgeblieben ist und nun die erforderliche Objektplanungsleistung ohne die Durchführung eines Ausschreibungsverfahren seitens der Stadtverwaltung beauftragt werden mußte, „um das Projekt mit seiner straffen Zeitplanung nicht zu gefährden“ und Verträge dazu „per ordre de Mufti“ unter der Bedingung abgeschlossen wurden, dass der Gemeinderat der Vergabe auch zustimmt, dann verheißt das nichts Gutes.
Die Punkte 5 und 6 avisieren nun das Ziel einer Fertigstellung des 1. Bauabschnittes bis August 2019.
Dafür ist der Submissionstermin für die Landschaftsbauarbeiten für Ende Juni 2018 vorgesehen.
Nun möchte die Stadtverwaltung, um den knappen Zeitplan einhalten zu können, dafür eine „Ermächtigung des Dezernenten zur Genehmigung der Vergabe der Bauleistungen“.
Dafür soll der Gemeinderat dem Baudezernenten eine Vollmacht unter dem Vorbehalt der Einhaltung der Kostenberechnung erteilen.
So weit, so gut.
Was aber, wenn die Kostenberechnung nicht eingehalten wird? Es wäre ja keinesfalls eine Überraschung und es wäre auch keine Überraschung, wenn wir die gewünschte Vollmacht nun unter diesen Voraussetzungen erteilen und sich entweder die Kostenberechnung als unzureichend erweist oder es sich aber nachher herausstellt, daß dies nur der Türöffner gewesen ist und wir dann Kostenerhöhungen beschließen müssen.
Im einen Fall wäre der Zeitplan geplatzt und im anderen Fall der Ärger vorprogrammiert.
Sie gestatten, daß ich mich unter diesen Voraussetzungen nur der Stimme enthalte.“

Planungsziel
Heilbronn erhält einen anspruchsvoll und angemessen umgestalteten Stadtgarten. Durch den Hotelneubau und die Sanierung der Bestandstiefgarage in Mitleidenschaft gezogene Grünflächen werden mit gärtnerischen Mitteln und dem Ziel einer hohen Freiraumqualität wiederhergestellt und im Bereich des Busbahnhofes an der Karlstraße wesentlich ergänzt.
Nach Rückbau der Tankstelle an der Gymnasiumstraße können diese Flächen ebenfalls Teil des Stadtgartens werden. Das strenge Streifenmuster des Harmonie Vorplatzes wird im Stadtgarten in ein abwechslungsreiches und rhythmisierendes Bänderungsmuster transformiert. Mit der Anlehnung an die vorhandene Gestaltungssprache der Streifenstruktur wird eine Kontinuität der Bereiche und homogene Wirkung aller umgebenden Flächen erreicht.
Das Thema der Harmonie wird übertragen in den freien Schwung des Wandelwegs. Dieser ist charakteristisches Gestaltungselement, schwingt als bewegte Linie durch den Stadtgarten und führt die Besucher durch die unterschiedlichen Gartenräume.

Austattung
Der Wandelweg führt an angelagerten Aufenthaltspunkten mit unterschiedlichen Nutzungen durch den Stadtgarten. Diese Orte sind als Kreise geformt und werden von schwebenden Rundbänken mit Natursteinauflage eingefasst. Der südliche Punkt soll einen Wasserlauf erhalten, der zum Spielen einlädt. Runde Sitzelemente und die große Rundbank bieten genügend Sitzmöglichkeiten. Der Kreis im Seminargarten wird mit einem skulpturalen Brunnen ergänzt. Den größten Brunnen bildet die Wassersymphonie auf der Platzfläche am Hotel, welche mit einem großen Wasserspiegel, Düsen und einer Sitzkante zum Verweilen einlädt.
Der nördliche Aufenthaltspunkt wird mit einem großen Spielgerät aus runden Elementen und Angeboten zum Klettern, Schaukeln und Sandeln gestaltet. Zusätzlich zu den Rundbänken an den Kreisen gibt es freistehende Parkbänke mit einer Holzauflage und Lehne, welche unter Bäumen oder an Wegen angeordnet werden. Die Beleuchtung erfolgt über gleichmäßig angeordnete Mast- und Pollerleuchten entlang der Wege. Die Bänke und Baumbeete werden mit einem LED-Band atmosphärisch beleuchtet. Materialität Die Bereiche um das Hotel und die Gartenstraße werden mit großformatigen Granitplatten mit Abmessung 40×80 cm in Reihen verlegt ausgeführt. Diese Belagsstreifen werden in unterschiedlichen Abständen von einem kleineren und farblich abgesetzten Format 15×30 cm rhythmisiert.
Der Wandelweg erhält eine ruhige beschichtete Asphaltoberfläche, die die Parkbesucher bereits im Bereich der Flügelnuss auf dem Vorplatz der Harmonie abholt. Die Kreisflächen sind mit einer wassergebundenen Wegedecke bzw. mit einem Fallschutzbelag im Bereich der Spielgeräte geplant. Vegetation Geschnittene Heckenkörper nehmen die Ordnung und Rhythmik der Belagsstreifen auf und übersetzen sie in den Garten.
Die Heckenkörper sind an den Rändern der Grünflächen angeordnet und werden im südlichen Bereich mit Magnolien ergänzt um eine spannungsvolle Raumwirkung und einen angemessenen Abschluss zur angrenzenden Stadtbahn zu schaffen. Am Wandelweg angelagerte Staudenpflanzungen bereichern den sonst mit Rasen begrünten Stadtgarten. Vorhandene Bestandsbäume im Stadtgarten und Seminargarten werden soweit wie möglich in das Konzept integriert und um zahlreiche neue Gehölzpflanzungen ergänzt.

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