Mitleid und Tränen…

Sag die Wahrheit – oder die Mär von den 600 Euro Stadtrats-Salär im Monat

Mitleid und Tränen sind gewiß nicht angesagt.
Doch die wiederholt medial verbreitete Behauptung, daß  jedes Mitglied des Heilbronner Gemeinderates 600 Euro Entschädigung pro Monat erhalte, gehört in das Reich der Märchenerzähler – so oder so.
Wie diese Milchmädchenrechnung auch immer zustande kommen mag, sie stimmt schon im Ansatz nicht, denn keine Kombination der monatlichen Grundentschädigung von 280 Euro und einem Sitzungsgeld von 90 Euro je Sitzung passt zueinander – auch wenn Fraktionsvorsitzende das Doppelte, nämlich 180 Euro pro Termin erhalten.
Also wird wohl ein „Durchschnittsgehalt“ in die Waagschale geworfen, ohne auch nur im Ansatz darauf hinzuweisen.
Fakt ist hingegen, daß unabhängig davon, daß die Entschädigungen zu versteuern sind, jeder Stadtrat in Heilbronn eine völlig unterschiedliche monatliche Entschädigung erhält, je nachdem, wie oft er eine Sitzung des Gesamtgemeinderates oder seiner Ausschüsse besucht hat.
Geld dafür gibt es ohnehin nur, wenn man dem Ausschuß auch als dahin gewähltes Mitglied angehört und an ihnen nicht nur als interessierter Stadtrat, der seine Aufgabe ernst nimmt, zuhörend und ohne Stimmrecht teilnimmt.
Die Spanne der monatlichen Entschädigung reicht deshalb von 280 Euro bis in den 4-stelligen Bereich, denn Einzelstadträte gehören keinem der mindestens 14 Ausschüsse und Beiräte an und können dann dafür auch keine Sitzungsgelder erhalten.
Im Gegensatz zu ihnen können manche „Profis“ dabei durchaus „Kasse“ machen:
Mit der Anhäufung der Pöstchen in den Gremien erreichen sie Zahlen, bei denen es kaum noch vorstellbar ist, daß sie noch mit einer beruflichen Tätigkeit Zeit zum Verdienen ihres Lebensunterhaltes haben.
Verschwiegen wird bei dem verbreiteten Märchenbild zudem, daß etliche der Damen und Herren noch Mitglieder in Aufsichtsräten sind und dort im Jahr bis zu 4-stellige Aufsichtsratsbezüge einstreichen können.
Um keinen Neid aufkommen zu lassen, sei durchaus darauf verwiesen, daß jedes Mitglied des Gemeinderates, der in den Gremien nicht nur herumsitzt und seine Zeit vertreibt, das Recht auf eine angemessene Entschädigung hat.
Das gilt ganz besonders für jene, die nicht mit Extravergütungen gesegnet sind, aber dennoch ohne Unterstützung einer Fraktion mindestens denselben Aufwand haben, um den Anforderungen des Ehrenamtes im Dienste für die Bürger nicht nur als Wahlpropaganda gerecht zu werden.

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