Lob und Tadel

Am 15. Oktober ging die Internationale Gartenausstellung IGA 2017 in Berlin mit einer großen Abschlussveranstaltung und der Übergabe der offiziellen BUGA-Fahne an die Bundesgartenschau Heilbronn 2019  zu Ende.

Eine Delegation aus Verwaltung und Gemeinderat mit OB Mergel an der Spitze begleitete nach einer Besichtigung der Ausstellung in Marzahn-Hellersdorf und eines Freizeitprojektes in Kreuzberg die Veranstaltung.

Ein mitreißender Auftritt des a capella- Ensembles ‚mundARTmonika‚ umrahmte das
beim Publikum hervorragend angekommene Plädoyer für die BuGa 2019 bei der Abschlußfeier der IGA in Berlin von OB Mergel.

Von den 41.000 Besuchern an diesem Tag waren etwa 4.000 zu diesem Finale in der hervorragend gestalteten „Arena“-Schaubühne  gekommen
Schade, daß der Videospot über Heilbronn völlig mißlungenen ist, wo es doch bereits hervorragende Werbefilme über die Weinbaustadt am Fluß gibt.
Dieser Spot vermittelt dem uninformierten Zuschauer mehr den Eindruck einer Stadt im Ruhrgebiet, aber wenig über den besonderen Reiz, Heilbronn kennenzulernen.
Auch das ‚Käthchen‘, sonst die schönste Werbung für Heilbronn, durfte in Person der charmanten Lea Marino nur kurz Staffage spielen.

Die IGA Berlin verabschiedete sich am Sonntag mit grandiosen Auftritten der „Berlin Beat Group“ Band und einem Feuerwerk an Gartenkultur, das es Heilbronn 2019 sehr schwer machen wird, diese Vorlage zu toppen.
„Nur“ 1,6 Millionen Gäste besuchten die Ausstellung in Berlin, ungünstige Wetterlagen und übersättigte Freizeitangebote wie in allen Millionenstädten gelten als Ursache.
Hauptattraktion auf dem 100 Hektar großen Gelände war eine Kabinen-Seilbahn übers Gelände sowie der Aussichtspunkt Wolkenhain, von dem aus man bis ins Brandenburgische sehen konnte.

PRO-Stadtrat Alfred Dagenbach:
„Wir alle wollen, daß die BUGA 2019 ein Riesenerfolg wird, aber fehlende Attraktionen und mangelnde Verkehrslösungen machen mir große Sorgen!“

In Heilbronn fehlt es an ähnlichen Attraktionen, wiewohl man mit 2,2 Millionen Besuchern rechnet, obwohl es in Heilbronn gegenüber der ursprünglichen Planung, die von Neckargartach über den Böckinger Bahnbogen bis zum Segelfluggelände reichte, doch ganz erhebliche Abstriche gibt:
Die angedachten Dampfzugfahrten mit dem Böckinger Eisenbahnmuseum wird es wohl ebenso wenig geben, wie die markante Fuß- und Radwegbrücke über den Hauptbahnhof und auch keine Seilbahn werden die BuGa 2019 zu Ehren der Stadt der Krämerseelen zieren.
Gerade letztere wird als Dauereinrichtung den Bürgern von Marzahn-Hellerdorf erhalten bleiben, wie auch die „Gärten der Welt“ mit ihren abwechslungsreichen Botschaften ihrer Länder.
Ob die Besucher etwa wegen der „experimenta“ von weither auf eine Bundesgartenschau anreisen wollen, oder wegen einer „Bauausstellung“?
Und überhaupt: Wie werden sie anreisen?

Verkehrsprobleme

Man darf gespannt sein, wie sich die anstehenden Verkehrsprobleme auswirken werden:
Nicht nur, daß das Projekt Saarlandstraße als wichtige Zufahrtstraße auf die lange Bank geschoben wurde – auch die Bahn plant, während der Gartenschau wegen Gleisarbeiten die Strecken zwischen Mannheim und Heilbronn sowie zwischen Würzburg und Heilbronn total zu sperren.
Stattdessen sollen Direktbusse über die Autobahn fahren, die bekanntlich ebenfalls in dieser Zeit ausgebaut wird und dabei just auch noch die Neckarbrücke erneuert wird.
Erst Anfang des Jahres wurde vom „INRIX 2016 Traffic Scorecard“ festgestellt, daß Heilbronn mit der höchsten Gesamtstaurate Deutschlands ohnehin größte Verkehrsprobleme hat.
Bekanntlich wird jede Gartenschau ganz unabhängig von ihrer Rangordnung an ihren Vorgängern gemessen und eine gute Mund-zu-Mund-Propaganda ist von keiner noch so schönen Flunkerei zu übertreffen.

Projekt „Gleisdreieck“

Die Delegation war bereits tags zuvor mit ‚air berlin‘ angereist und besuchte zunächst den „Park mit urbanem Flair am Gleisdreieck“ in Kreuzberg.
Das Gelände wäre durchaus vergleichbar mit dem Areal des Heilbronner Fruchtschuppenwegs, bevor es zur Umgestaltung für die BuGa 2019 gekommen ist.
Hier sollte für die Zukunft eine gesunde Mixtur aus Bebauung und Freiflächen gefunden werden.
So entstanden in Kreuzberg der Park am Gleisdreieck.
Das Bahngelände um den Verkehrsknotenpunkt des Gleisdreiecks lag nach Ende des Zweiten Weltkriegs lange brach und entwickelte so fast unbemerkt eine abwechslungsreiche Vegetation.
Der Park wurde mit dem Deutschen Landschaftsarchitektur-Preis 2015 für die herausragende Qualität im Planungs- und Bauprozess bis hin zur Objekt- und Detailplanung ausgezeichnet.
Wesentliches Element der Parkarchitektur ist der Erhalt der Ruderalflora, also des Wildwuchses, welcher die alte Bahnanlage in Beschlag genommen hat.
Er ist durchzogen mit alten Signal- und Bahnanlagen individuelle Anlagen wie der Rosenduftgarten, einem Naturerfahrungsraum, der auch Großstadtkindern viele Möglichkeiten bietet.
Eine Museumsbahn verkehrt, Skater, Tischtennisspieler und Yoga-Freunde finden genügend Raum für ihree Aktivitäten.
Picknick oder Ballspiel, Verstecken spielen oder in den mit Wasser angefüllten Mulden planschen: Viele Spielplätze für kleine und groß gewordene Kinder.

„Berlin leuchtet“

Die Heilbronner Delegation konnte am Samstagabend auch noch bei dem Rahmenprogramm „Berlin leuchtet“ einen Eindruck darüber gewinnen, was am Rande einer Bundesgartenschau möglich und notwendig ist.
Viele oft von weit anreisende Besucher übernachten in einer Bundesgartenschau-Stadt und möchten diese auch erleben.
Deshalb sollte nicht nur Berlin eine Reise wert sein, sondern auch die blühende Stadt Heilbronn.

Siehe auch: BUGA Heilbronn übernimmt Fahne von der IGA Berlin 2017

IGA-Impressionen

Floristik-Ausstellung auf der IGA Berlin

Die Heilbronner BuGa 2019 ist bereits präsent

Der chinesische Garten

Thailand präsentiert sich

Eine Attrktion im „Gleisdreieck“

Idylle im „Gleisdreieck“

Im Gleisdreieck fährt die S-Bahn durch einen bewohnten Wohnblock

„mundARTmonika“ in der Blumenhalle

„Berliner Beat Group“ auf der Schaubühne

Die 5.000 Besucher fassende „Arena“

Gipfelpunkt der Seilbahn: Der „Wolkenhain“

Blick auf Marzahn vom „Wolkenhain“

„Berlin leuchtet“: Flußfahrt auf deer Spree

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