Verkehrsmanagement in harscher Kritik

Das dem ohnehin immer kritischer bewerteten Baudezernat zugehörige Amt für Straßenwesen muß sich mit seinem Verkehrsmanagement zunehmend harscher Kritik stellen.

Dieser Kritik weicht es aber offenbar genauso zunehmend aus, wie sich immer öfter Bürger beklagen.
Daß Aussitzen – der Gehalt kommt am Monatsende sowieso – und wenig Flexibiltät vorhanden und die Interessen der Bürger gleich garnicht auf der Tagesordnung stehen, kam auch deutlich in der letzten Sitzung des Bauausschusses zum Thema „Ausweitung des straßenbezogenen Tempo 30 in der Würzburger Straße in Frankenbach“ zu Ausdruck.
Sonst gäbe es solche Probleme längst nicht mehr, auf die von der Mergel-Verwaltung immer erst reagiert wird, wenn das Faß am Überlaufen ist.
„Unsere vielen Schreiben in der Vergangenheit an die zuständigen Herrschaften des Rathauses haben leider überhaupt keine Wirkung gezeigt, sondern hatten lediglich die üblichen Floskeln bzw. Kommentare zur Folge, die einem klar zu Verstehen gaben, daß man an der Lösung des Problemes nicht „interessiert“ ist“, heißt es in einem jüngeren Schreiben von Anwohnern der Saarbrückener Straße in Frankenbach, das uns erreicht hat.
Der Verkehr „im Allgemeinen und insbesondere“ durch LKWs, Sattelzüge und neuerdings Baufahrzeuge,
habe dort so sehr zugenommen, daß die Saarbrückener Straße mittlerweile zur Hauptachse in Richtung Stadtmitte geworden sei.
Egal, ob Baustellen in der Umgebung oder Stau auf der Autobahn, alle würden den Weg über Frankenbach wählen: „Morgens und ab Nachmittags stehender Verkehr, meist bis zum Gesundbrunnen/Bierstorfer bzw. Richtung Kirchhausen“.
Die Einführung von Tempo 30 Anfang letzten Jahres habe überhaupt nichts gebracht, lediglich Verkehrsschilder würden die Straße zieren.
In den Zeiten außerhalb des Berufsverkehrs werde an Morgen-, Abend- und Nachtstunden erinnere die Straße eher an eine Rennstrecke.
Besonders ärgerlich seien jüngst die zusätzlich zum üblichen, massenhaften Verkehr durch den Stadtteil „bretternde“ auswärtige LKWs.
Baufahrzeuge würden oft mit Anhänger in hohem Tempo die Straße auf und ab fahren.
Dabei gebe es solche Schläge und Lärm, daß man den Eindruck hat, es stürze irgendwo ein mehrstöckiges Haus zusammen.
„Aber nicht nur Lärm bringt uns Anwohner hier an den Rand der Verzweiflung, sondern auch der permanente Abgasgestank, der an manchen Tagen unerträglich ist“, heißt es weiter.
Sobald man ein Fenster öffne, stinke die ganze Wohnung nach Abgasen: „Man hat brennende Augen und hustet nur noch, die Fenstersimse sind nach zwei Tagen schwarz!“
Der vergangene „heiße“ Sommer sei für alle Anwohner die Hölle gewesen, man habe in diesem Kessel fast keine Luft mehr bekommen, geschweige denn, daß man mal eine Nacht schlafen konnte.
„Was das alles für Auswirkungen auf die Gesundheit hat, braucht man hier nicht weiters auszuführen“, wird befürchtet und erklärt: „Würden hier zwei oder drei Grüne wohnen, hätte sich längst etwas geändert, ebenso, wenn hier einer der Herrschaften aus dem Rathaus wohnen müßte“.
Es könne einfach nicht sein, daß derartige Probleme über Jahre einfach nur ignoriert und ausgesessen werden, man habe für alles, aber auch wirklich alles Geld zur Verfügung, ob sinnvoll oder nicht: „Hauptsache, ein neues Prestigeobjekt, mit dem man glänzen kann“.
Statt permanenter Geschwindigkeitskontrollen mit einer Blitzersäule lege man derartige Probleme einfach kurzerhand in die Schublade und denke sich, die Bürger werden sich schon „beruhigen“ und irgendwann aufgeben, weil es ohnehin nichts bringt und man sich über die Antwort nur aufregen könne.
Sporadischen Messungen des Ordnungsamtes würden ihre Wirkung komplett verfehlen, wie man seit 1 1/2 Jahrensehe.
Zur Einhaltung von Tempo 30 sei eine Blitzersäule unabdingbar.
Deren Anschaffung sei schließlich im Vergleich zu den sonstigen „Investitionen“ der Stadt nun wirklich kein Kostenpunkt: „Sämtliche noch so kleinen Gemeinden im Umkreis bis Mosbach, Bad Wimpfen, Pforzheim etc. haben Blitzersäulen installiert“.
Und die Anwohner fragen nicht zu Unrecht, wieso das in Heilbronn so ein Thema und bislang nicht möglich umzusetzen ist?
Gefordert wird zudem eine Regelung, die den starken LKW-Verkehr eindämmt bzw. gänzlich verbannt.
Es verlassen derart viele LKWs die Autobahn. erkennbar an den fremden Kennzeichen, daß hier reagiert werden müsse.
Es könne nicht sein, daß immer der „kleine“ Bürger, der dummerweise an einer solch vielbefahrenen Straße wohnen muss, der Leidtragende sei.
„Auch bei den vielen Baustellen suche sich der Autofahrer logischerweise immer den schnellsten Weg und der ist meist über Frankenbach in Richtung Stadt“, wird weiter festgestellt.
Unterdessen hat man eine Protestaktion mit Straßenblockade im Hinterkopf.
Ein leidliches Thema sei die Unerreichbarkeit der Verantwortlichen.
Schon des öfteren sei versucht worden, Bürgermeister Hajek telefonisch zu erreichen, um mit ihm über die Verkehrssituation in Heilbronn zu sprechen.
Dazu gebe es keine Chance, mit allen möglichen Ausreden werde man jedesmal abgewimmelt.
einem Anrufer wurde „dann von der Vorzimmerdame ausgerichtet, daß es in Heilbronn keine Staus und Probleme gäbe“.
Das allerdings stünde in erheblichem Widerspruch zu renommierten Untersuchungen, die ausgerechnet die Stadt Heilbronn als eine der führende Staustädte in Deutschland ausweisen, was dasselbe Dezernat – statt sich um Abhilfe zu bemühen – natürlich weit von sich weist.
Die angeordnete positive mediale Berichterstattung über die Stadtverwaltung ist dabei äußerst hilfreich, um solche Zustände schnell wieder vergessen zu machen.
Auf Mißmut stoßen auch die wenig hilfreichen Ausflüchte, wenn sich beklagende Bürger in Veranstaltungen arrogant darauf hingewiesen werden, daß man schließlich Straßenbauwesen studiert habe und der Fragesteller nicht: „Ja, wie kann es ein „normaler“ Bürger wagen, irgendetwas in Heilbronn zu kritisieren. Ist doch alles perfekt und in Ordnung… Es fehlen einem wirklich die Worte!“
Die Stadtverwaltung sei himmelweit vom Bürger entfernt, wie man es auch in der samstäglichen Sprechstunde des OB erleben könne.

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Ein Gedanke zu “Verkehrsmanagement in harscher Kritik

  1. Letztlich sind es nicht die gravierenden Auswirkungen der veränderten Verkehrssituationen, teilweise erforderlicher oder teilweise durch mangelnde präventive Maßnahmen hervorgerufener Natur verschuldet, die den Unmut der Bürger verursachen. Wirklicher Protest wird erst durch das Verhalten und Benehmen der Stadtverantwortlichen durch deren Umgang mit den Bürgern hervorgerufen.
    Es wird von der Führung herab beschönigt, verleugnet und auch sogar gelogen; dies in manchmal nur frechdreister Manier. Zuständigkeiten werden verleugnet und sogar bestehende Rechte werden nach persönlicher Meinung ad absurdum erklärt. Das Amt für Straßenwesen z.B. erklärt einfach die Regeln der StVO für ein Industriegebiet als nicht gültig, nur um sich daraus ergebende Pflichten zu versuchen nicht stellen zu müssen und ein OB, der eigentlich eine Aufsichtspflicht hat, erklärt sich dazu selbst als von seinen Ämtern weisungsgebunden.
    Über die Medien versprechen die Stadtoberen durch Schaffung einer zusätzlichen Abbiegespur bist Frühjahr 2016 Abhilfe zu leisten den unsäglichen Verkehrsrückstaus bis nach Biberach und in die Böllinger Höfe. Nach nun fast 2 Jahren des abgegebenen Versprechens, hat sich absolut nichts getan. Fragt man als betroffener Bürger aber nach, ob und wie es denn jetzt nach fast 2 Jahren nun endlich ausschaut mit der seit 1,5 Jahren überfälligen Einlösung des Versprechens, wird man von oben herab auf arroganteste Manier abgekanzelt, weil man so verständnislos ist – es hätten sich eben Probleme ergeben, die man zuerst lösen müsse. Diese Stadtverwaltung hat noch nicht einmal soviel Anstand sich bewusst zu sein, dass und wie sie selbst mit gebrochenen Versprechen gegenüber den Bürgern gefälligst nicht umzugehen hat.
    Man hat sehr deutlich den Eindruck, dass die Bürger in Heilbronn den Verantwortlichen der Stadtverwaltung nicht nur egal, sondern in Fragen Konfliktlösungen ausdrücklich lästig sind, man dem Bürger mit einer inneren Haltung begegnet zu der man sich nicht mal schämt, dass und wie selbstverständlich offensichtlich die Stadtverwaltung dem Heilbronner Bürger einen IQ von unter 60 als normal voraussetzt und ihn unter derart verachtender Manier behandelt.
    Über Heilbronn und seiner Stadtverwaltung hat man deutlich den Eindruck, dass nur sehr wenige Heilbronner Bürger, gemeinsam mit der Stadtverwaltung, Heilbronn für sich als schön und lebenswert benennen würden – und dies für sich auch könnten, wenn nur nicht das Problem wäre, dass es ca. 120 000 Menschen gibt, die in Heilbronn eben auch noch leben.
    Zu OB Harry Mergel hat man auf jeden Fall deutlich den Eindruck, dass er es nur sehr wenigen, den für ihn wichtigen Leuten in Heilbronn recht machen – letztlich er aber vor allem es nur sich selbst recht machen will.

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