Wohin des Wegs?

Gemeinderat beschließt die Verlegung der Stadtbahnhaltestelle am Kurt-Schumacher-Platz

Wieder bringt die Stadtverwaltung eine Überraschung auf den Tisch, die im ursprünglichen Konzept im Rahmen der Bundesgartenschau und dem neuen Wohngebiet Neckarbogen noch unbekannt gewesen ist.
Es mutet fast wie eine scheibchenweise servierte Salamitaktik an, was nun nach dem (gewollten?) Desaster mit der „Blitz“ genannten Fußgängerbrücke über den Hauptbahnhof dem Gemeinderat vorgelegt wird.
So hat der Gemeinderat in seiner Sitzung vom Mittwoch dem Konzept der Stadtverwaltung zur Verlegung der Stadtbahnhaltestelle am Kurt-Schumacher-Platz auch wieder verwaltungsfreundlich zugestimmt.
Dabei wird die Stadtbahnhaltestelle in den bestehenden Kreisel hinein verschoben, so daß dieser künftig entfällt.
Gleichzeitig bedeutet dies, daß selbst dann, wenn die Kranenstraße je wieder geöffnet werden sollte, von dort nicht mehr direkt in die Innenstadt gefahren werden kann.
Die Stadtinitiative hat sich erst vor einigen Wochen darüber beklagt, daß durch die Schließung der Kranenstraße mindestens bis nach der Bundesgartenschau die Parkäuser der Innenstadt von dort nicht mehr erreicht werden können.
Vorgeblicher Anlaß für die Maßnahme ist die ebenfalls beschlossene Erweiterung des bestehenden Parkhauses neben der experimenta.

Rot: Skizzierung der Stadtverwaltung. Schwarze Punktierung: Stadt

Beschlußgrundlage war dazu auch eine vorgelegte Skizze der Stadtverwaltung (siehe rote Einzeichnungen), die es jedoch an Genauigkeit fehlen läßt.
Mittelfristig plant die Stadtverwaltung eine neue Verbindung von der künftigen Paula-Fuchs-Allee im neuen Wohngebiet Neckarbogen an den Parkhäusern vorbei zur Bahnhofstraße.
Genaue Details, wie zum Beispiel ein neuer Durchlaß durch das Bahngelände erfolgen soll und vor allem die Kosten dafür, bleiben noch genauso unklar.
Dennoch hat der Gemeinderat in der von ihm gewohnten Weise dafür seine Zustimmung erteilt und Anträge zur späteren Entscheidung abgelehnt.

PRO-Stadtrat Alfred Dagenbach erklärte dazu in der Sitzung:
Zu dieser Drucksache ist zunächst festzustellen, daß es sich um die Verquickung von nach meiner Ansicht zwei völlig verschiedenen Projekten handelt, die hier in einem Aufwasch abgehandelt werden sollen.
Zunächst haben wir es mit der Erweiterung des bestehenden Parkhauses zu tun, über die es bezüglich der Notwendigkeit auch im Hinblick auf die Bundesgartenschau aus meiner Sicht keine Diskussion geben muß.
Dem ist daher zuzustimmen.
Die andere Seite ist jedoch die unausgegorene Darstellung einer neuen Verkehrsführung der Kranenstraße und ihre Auswirkungen, die hier gleich mit durchgewunken werden soll.
Es für uns nicht erkennbar, weshalb dies in dieser Eile erfolgen soll.
Bisher war doch Konsens, daß über die Wiedereröffnung der Kranenstraße erst nach der Bundesgartenschau entschieden werden soll.
Jetzt sollen offenbar vollendete Tatsachen geschaffen werden, die bei der bisherigen Beschlußfassung noch keine Rolle gespielt haben.
Die Stadtverwaltung erklärt in der Drucksache zunächst völlig richtig selbst, daß aus verkehrlicher Sicht, insbesondere zur Entlastung der Altstadt Nord und der Bahnhofsvorstadt es notwendig sei, eine Straßenverbindung Kranenstraße im Netz zur Verfügung zu haben.
Soweit, so unklar.
Sie wollen die Kranenstraße von der Kraneninsel auf die westliche Seite des Wilhelmkanals verlegen.
Es ist aber auf keiner Skizze erkennbar, wie dies von der künftigen und notwendigen Anbindung des Neckarbogens ohne eine neue Unterführung durch die Bahntrasse erfolgen soll – oder sollen wir künftig in Schlangenlinien über die Kranenstraße fahren?
Wichtig scheint ja jedenfalls zu sein, daß beide plötzlich „experimenta-Parkhäuser“ genannten Projekte auch direkt von Norden her erreichbar sind.
Hier bitte ich auch um Aufklärung, weshalb in der Drucksache diese Bezeichnung verwendet wird.
Nach meinem Kenntnisstand ist das bestehenden Parkhaus im Besitz unserer Stadtwerke.
Ich habe im Übrigen bisher nicht feststellen können, daß dorthin die Zu- und Ausfahrt problematisch sein soll und kann auch nicht erkennen, weshalb sich da mit dieser neuen Verkehrsführung etwas verbessern soll – das Gegenteil dürfte der Fall sein.
Außerdem wird die verkehrliche Anbindung der Innenstadt mit der Zufahrt zu den dortigen Parkhäusern erheblich erschwert.
Mit diesem vorschnellen Antrag kann ich mich daher in keiner Weise, so wie er dargestellt wird, befreunden.

Die rote Punktierung soll den Verlauf der für später geplanten neuen Verbindung zeigen. Blau: Parkhaus mit Erweiterung.

Wir haben daher beantragt, daß über eine neue Erschließung der Kranenstraße erst nach der Vorlage der durch die nun erfolgte Schließung gemachten Erfahrungswerte entschieden wird.
Deshalb kann auch eine dadurch bedingte Verlegung der Stadtbahnhaltestelle am Kurt-Schumacher-Platz vor dieser Entscheidung nicht stattfinden.

Hier kommt nämlich hinzu, daß die Anbindung der neuen Trassenführung an die Bahnhofstraße zu erheblichen Verkehrsproblemen führen wird und es damit zum nächsten Schwabenstreich in der städtischen Verkehrspolitik kommen wird.
Unabhängig davon ist eine adäquate Fahrradtrasse, die Bahnhof, Neckar und das künftige Wohngebiet Neckarbogen erschließt, notwendig und kann auch unabhängig und frei von einer künftigen Führung der Kanalstraße in der Umgebung verträglich eingebettet geplant und ausgeführt werden.
Ich beantrage getrennte Abstimmung über die Verlegung der Stadtbahnhaltestelle und die neue Trassenführung der Kanalstraße.

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