Rennpferd zum Ackergaul degradiert

Das Logo der HMG

Die Heilbronn Marketing (HMG) kommt nicht aus den Schlagzeilen.

Eine der ersten Amtshandlungen des damals neuen OB Mergel war das hochgesteckte Ziel, die Wirtschaftsförderung der Stadt zu bündeln. Das sollte mit einem neuen Geschäftsführer der HMG und der Zusammenlegung aller  daran beteiligten Kräfte unter ein Dach gelingen.

Doch das Wirken per „ordre de Mufti“ wollte sich der OB nicht nehmen lassen und ordnete seine Stabsstelle „Wirtschaftsförderung“ dem neuen Konstrukt nicht unter, sondern erwartet, daß sich  HMG-Geschäftsführer Steffen Schoch dieser auf OB-Weisung handelnden Stabsstelle unterstellt.
Zudem wird die Abwanderung von Fachpersonal in Richtung der parallel laufenden „Wirtschaftsförderung“ und auch zur Bundesgartenschau Gmbh (BuGa) nicht verhindert. Auch zu dieser ist das Verhältnis nicht ganz klar: Die BuGa macht ihre – sehr gute – Werbestrategie offenbar ohne Einbeziehung der HMG, die ja die Touristen nach Heilbronn locken soll.
Doch: Überall ist der OB als Chef der Verwaltung oder der Aufsichtsräte an der Spitze und zieht die Fäden.

Konflikte sind damit vorprogrammiert

Steffen Schoch ist ein Marketing-Profi mit ausgeprägtem unternehmerischen Geist; eine grundsätzliche wichtige Voraussetzung um als Marketingchef eine erfolgreiche Arbeit leisten zu können.

Harry Mergel ist Grosshandelskaufmann, hat dann über den 2. Bildungsweg Verwaltung studiert und ist von dieser Basis aus dann lange Jahre als Berufsschullehrer tätig gewesen – sofern er sich nicht selten für den Gemeinderat hat freistellen lassen, denn dem gehörte er seit 1989 an. Das ist natürlich nichts ehrenrühriges, belegt nur, dass Harry Mergel sicher das Zeug für vieles hat, ganz sicher aber nicht das Zeug zum Marketingchef oder gar Unternehmer für eine Firma oder eine Stadt. Der Mann ist einfach nur totaler Theoretiker in allem, was er macht.

Steffen Schoch hingegen ist ein bewiesener hervorragender Marketingspezialist, ein Macher, ein Unternehmer. Sich so einen an die Spitze seines Stadtmarketing zu holen, ist goldrichtig und wäre ein Gewinn für Heilbronn – wenn man ihn denn auch läßt. Das war jedenfalls die Intuition, mit der ihm der Gemeinderat dafür das Vertrauen ausgesprochen hat.

Gott gibt mit dem Amt nicht mehr Verstand
Viele Politiker meinen, an dem Spruch „Wem Gott ein Amt gibt, dem gibt er auch Verstand“ sei etwas Wahres dran. Die tägliche Erfahrung mit der Politik beweist indes nicht selten das Gegenteil.

Kein kluger Bauer kauft sich ein Rennpferd um es vor einen Pflug zu spannen, im vermeintlichen Glauben dann seinen Acker schneller pflügen zu können.

Marketing ist der Oberbegriff des Konzepts einer ganzheitlichen, marktorientierten Unternehmensführung. Endziel des Marketings ist eine operative Technik zur Beeinflussung der Kaufentscheidung. Finanzierung, Verwaltung und Personalwirtschaft sind lediglich Teilprozesse eines erfolgreich möglichen Marketing.

Grundsätzlich ist es richtig, dass und wenn Städte und Kommunen aktives Marketing für die Entwicklung ihrer Standorte und damit verbundenen zukunftsorientierten Aufgabenlösungen einsetzen und pflegen. Kopf einer Marketing-Stabsstelle muss aber eine Person mit ausgeprägtem Verkäuferinstinkt sein, dazu mit den ausgeprägten Fähigkeiten des Querdenkens, zeitgleich hinweg über die vielseitigen Ebenen im Sinne eines erforderlichen Netzwerkes. Was aber passiert wenn sich Marketing einer Verwaltung unterstellen muss oder gar der Kopf einer Marketings-Stabstelle selbst ein Verwaltungsfachmann ist? Ungefähr das Gleiche wenn man einen Buchhalter zum Verkäufer erklärt und dieser dann an der Front die potentiellen Kunden für Verkaufserfolge überzeugen soll. Verwaltungsfachleute und Buchhalter sind für einen möglichen Verkaufserfolg so ziemlich das kontraproduktivste Mittel. Verwaltungsfachleute und Buchhalter können vor allem erklären dass und warum etwas nicht geht und leider, sie haben aus ihrer Sicht sogar Recht. Erfolgreiches Marketing kann aber nur der betreiben, der nicht auf die hören muss, die ihm ständig erklären, dass und warum etwas nicht geht. Ein erfolgreicher Marketingkopf kann nur der sein, der eben nicht auf alle die hören muss, die ihm erklären, dass und warum etwas nicht geht. Ein erfolgreicher Marketingkopf lässt all diese einfach links liegen und sucht solange weiter, die er die gefunden hat, die ihm nicht nur immer erklären dass und warum etwas nicht geht, sondern ihm Wege aufzeigen dass und wie etwas vorher vermeintlich Unmögliches, dann doch möglich ist.

OB Harry Mergel und damit nicht zuletzt Heilbronn bleibt die Einsicht zu wünschen, dass das „Marketing-Rennpferd Steffen Schoch“ nicht weiterhin vor einem Pflug gespannt bleiben muss. Verwaltung muss Marketing unterstützen und sich in dessen Dienst stellen und nicht umgekehrt. Marketing, welches einer Verwaltung oder einem Verwaltungskopf unterstellt ist, muss sich leider nur allzu oft dann mit Elendsverwaltungsergebnissen begnügen.

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